Ich hasse diese Wegwerfgesellschaft …

Ja … ich verwende bewusst dieses starke Wort „Hass“. Mich nervt es einfach, wenn ein Teil kaputt geht und man es anstatt zu reparieren/reparieren zu lassen, ein Neues kauft, „weil es eh günstiger“ ist. Letztens stand ich selbst vor diesem Problem. Mein Laserdrucker erzeugte seit geraumer Zeit sogenannte Phantombilder und war somit für schöne Ausdrucke oder geschweige denn Firmenrechnungen unbrauchbar geworden. Wie könnte es anders sein, befand ich mich bereits außerhalb der Garantiezeit und ich hätte auch nicht gewusst, an wen ich mich bezüglich einer Reparatur wenden könnte. Mit der Zeit hatte ich mich damit abgefunden und verwendete den Drucker nur für unwichtige Drucke wie z.B. Wegbeschreibungen etc.

Als ich mich für die Meisterprüfung vorbereitet habe, musste ich mich unter anderem mit diversen Druckverfahren auseinandersetzen. Unter anderem auch mit dem Druckverfahren von Laserdruckern. Durch das neu erlangte Wissen, hatte ich eine Vermutung, woran dieser Phantombilder liegen könnte. Eigentlich konnte es nur an der kaputten Reinigungseinheit auf der Trommel von der Belichtereinheit liegen. Nach einer kurzen Recherche fand ich auch dieses Ersatzteil für meinen Drucker im Internet und bestellte es mir mit der Hoffnung das Problem beheben zu können. Ich zerlegte meinen Drucker und baute dieses Teil ein. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich darüber gefreut habe, als die erste Seite druckfrisch aus dem Drucker kam und kein Fehler ersichtlich war.

In diesem Fall hatte ich wirklich das Glück, dass ich 1. das Wissen darüber hatte bzw. angeeignet hatte, wie man das Teil reparieren kann. Und 2. gab mir der Druckerhersteller dank seiner Konstruktion und passender Ersatzteile die Möglichkeit das Teil auch zu reparieren.

Und gerade der 2. Punkt ist etwas, was aktuell von immer mehr Herstellern bewusst verhindert wird. Zum einen werden teilweise die Produkte so konzipiert, dass sie nach x Jahren ihren Geist aufgeben, und zum Anderen werden die Produkte so zusammengebaut, dass eine Reparatur erschwert oder verhindert wird.

Um dieser Wegwerfgesellschaft ein wenig entgegenzuwirken, haben sich besonders in den USA, aber mittlerweile auch in Europa, Gruppen zusammengetan, die für diverse Produkte Reparaturanleitungen inkl. Werkzeug und Ersatzteillager sorgen. Eine von diesen Community nennt sich „I fix it“- http://www.ifixit.com/ Diese Community hat unter anderem sehr viele Anleitungen, wie man ein defektes IPhone, IPad öffnen und einzelne Teile ersetzen kann. Die Idee ist super!

Das Problem: Apple möchte nicht, dass andere Firmen, geschweige denn Privatpersonen, an ihren Geräten herumbastelt. Wie im Artikel von der Futurezone zu lesen ist, hat nun das neueste IPad viel zu viel Klebstoff, welches die Reparatur erschwert.

In den letzten Jahren haben sich bei mir zu Hause immer mehr Apple Geräte gesammelt, da ich vom Bedienkonzept und der Benutzerfreundlichkeit dieser Geräte begeistert bin. Ich habe auch kein Problem damit, dass ihre Software ein geschlossenes System ist – ist ja mitunter ein Grund, warum die Usability so gut ist. Was mich aber stört, ist die Tatsache, dass hier bewusst versucht wird Reparaturen zu erschweren. Aus diesem Grund lasse ich mich nicht mehr „verapplen“ und werde mich langsam von meinen Apple Produkten lösen und mich nach Alternativen umsehen. Dank der geplanten Obsoleszenz sollte dieser Prozess in spätestens 2 Jahren abgeschlossen sein.

Ich träume von einem Laden, wo ich mit meinem defekten Elektrogerät (egal ob PC, Drucker, Fotoapparat, Fernseher, Handy …) hingehen kann und dieses Teil repariert wird. Ich nenne diesen Laden „Reparatur-Werkstatt“.

Mit der Reparatur meines Laserdruckers habe ich den ersten bewussten Schritt weg von dieser Wegwerfgesellschaft gemacht und ich hoffe, das ich noch viele weitere Schritte in diese Richtung machen werde und mich einige von euch auf diesem Weg begleiten werden.

lg
euer Michael

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