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Endlich frei!

Zuerst schreibe ich 2 Wochen lang keinen Beitrag und jetzt gleich 3 innerhalb weniger Tagen :-)

Aber aus gegebenem Anlass ist dieser Blogeintrag eigentlich Pflicht und für alle Hobby- und Profifotografen gleichermaßen interessant. Am 18. Dezember 2013 hat der Verfassungsgerichtshof entschieden, dass die Reglementierung des Gewerbes Berufsfotograf aufgehoben wird. Somit ist/wird Berufsfotograf auch in Österreich endlich ein freies Gewerbe. Wer die Details lesen will kann dies hier gerne tun.

Aus meiner Sicht war dies ohnehin schon längst fällig. Als ich heuer meinen Entschluss getroffen habe, mich selbstständig zu machen, musste ich zuerst ein paar Hürden auf mich nehmen. So war es mir am Anfang nur gestattet B2B Aufträge anzunehmen. Da ich nicht noch 3 Jahre auf die Hochzeitsfotografie warten wollte, entschloss ich mich für die Meisterprüfung. Und wie die fleißigen Leser unter euch wissen, habe ich diese auch bestanden :-). Zu diesem Zeitpunkt wusste ich ja leider noch nicht, dass auch in Österreich noch Weihnachtswunder geschehen können. Auch wenn ich mir die Meisterprüfung (und die damit verbundenen Kosten) somit ersparen hätte können, möchte ich nicht auf die Erfahrungen die ich in dieser Zeit gemacht habe, verzichten. Ohne sie hätte ich nicht die wunderschönen Erfahrungen mit den Innsbrucker Hotels (Der geräucherte Prüfling und Warum man immer mit der Frau auf Urlaub fahren sollte) machen und Freunde fürs Leben finden können.

Ich möchte euch natürlich nicht die Presseaussendung der Fotografeninnung vorenthalten, wobei ich ehrlich gesagt, in (fast) keinem der Punkte mit „meiner“ Innung übereinstimme: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20131218_OTS0214/verfassungsgerichtshof-laesst-konsumenten-alleine

Besonders witzig fand ich folgenden Absatz der Presseaussendung:

Anders als der Freizeitfotograf verfügt der geprüfte Meisterfotograf über das notwendige Wissen und die Fähigkeit, einen Auftrag des Kunden zu dessen Zufriedenheit durchführen zu können. Immerhin gehe es darum, unwiederbringliche  Ereignisse durch Fotos und (Video-)Filme als persönliche Erinnerungen für den Kunden festzuhalten, was entsprechende fachliche Kenntnisse voraussetzt. Ohne diese Sicherheit müssen sich Kunden von nun an für jeden fotografischen Auftrag die dazu befähigte Firma suchen, z.B. für Passbilder die Firma X, für Portraits die Firma Y, für Werbung die Firma Z – eine Lösung, die den Konsumenten verwirrt.

Ich bin schon gespannt, wie viele „verwirrte“ Konsumenten es dann aufgrund der „schier“ unendlichen Möglichkeit an Fotografen geben wird ;-). Wenn man sich den ganzen Pressetext dann durchliest, kann man ja eigentlich nur den Kopf schütteln.

Ich freue mich sehr für alle angehenden Fotografen unter euch, dass diese Hürde beseitigt wurde und wir uns nun endlich wieder auf das konzentrieren können, was uns am meisten Spaß macht: DAS FOTOGRAFIEREN

lg
euer Michael