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Sommer, Sonne, Sonnenschein

Gegenlichtaufnahmen sind immer etwas Besonderes und nicht so einfach mit einem Automatikmodus zu erreichen. Deshalb hat es früher oft geheißen, dass man nicht gegen das Licht fotografieren soll, weil das wird doch eh nix. Die heutigen Fotos stammen von Anfang Sommer. Sie sind gegen die untergehende Sonne fotografiert und gefallen mir so gut, dass ich sie euch nicht vorenthalten möchten. :-)

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man gegen das Licht fotografieren kann. Zum Beispiel mit zusätzlichen Lichtquellen wie einem Aufsteckblitz oder einem Reflektor. Eine weitere Möglichkeit ist, als Belichtungsmessung die Spotmessung auszuwählen.

Um diesen speziellen Look zu erreichen, kam ich jedoch ganz ohne zusätzliche Hilfsmittel zurecht. Nachdem ich zuvor mit der Spotmessung und dem Aufsteckblitz nicht das gewünschte Ergebnis bekommen hatte, habe ich auf den Manuellen Modus umgestellt. Um etwas Ruhe in das Bild zu bringen, entschloss ich mich die Blende relativ weit zu öffnen (f 5,6). Dadurch ergibt sich dieses angenehme Bokeh. Zusätzliche stellte ich die Verschlusszeit auf 1/200 Sekunde und die ISO auf 100. Als Brennweite habe ich beide Male 70mm genommen.

Gegenlicht Portrait 1

Bei diesen Foto hab ich sogar die Blende noch weiter geöffnet (f 2,8). Dadurch hebt sich das Portrait noch mehr vom Hintergrund ab.

Gegenlicht Portrait 3

Das spannende an dem Gegenlicht ist, dass dadurch das Haar von hinten aufgehellt wird und so einen schönen Saum erzeugt. Mir gefällts :-)

lg
euer Michael

Camera Obscura …

… oder wie man mit einer Unterhosenschachtel ein Portrait macht.

Man nehme:

  • eine lichtdichte Schachtel
  • ein lichtempfindliches s/w Fotopapier
  • eine Nadel
  • einen Joghurtdeckel
  • schwarzes Klebeband

Man:

  • macht mit der Nadel ein Loch in den Joghurtdeckel.
  • schneidet ein kleines Loch aus der Schachtel und klebt den Joghurtdeckel über das Loch.
  • dichtet das Loch des Joghurtdeckels mit dem schwarzen Klebeband ab.
  • geht in einen ganz ganz dunklen Raum und legt das lichtempfindliche Fotopapier auf die gegenüberliegende Seite des Loches.
  • geht dann ins Freie, stellt sein Model in die Sonne und bittet es ruhig zu sitzen.
  • richtet dann die Schachtel auf das Model und entfernt das schwarze Klebeband.
  • wartet 20-30 Sekunden.
  • klebt das Klebeband wieder vor die Öffnung und geht in den zuvor genannten dunklen Raum.
  • nimmt dort das Fotopapier aus der Schachtel und legt es 60 Sekunden in den Entwickler, 15 Sekunden in Essigwasser, 30 Sekunden in den Fixierer und 120 Sekunden ins Wasser.
  • freut sich, sein erstes selbstgemachtes Foto mit der selbst gebauten Kamera in der Hand zu halten.

Wie geil ist dass denn? Ich habe es selbst nicht glauben können, dass man mit so einfachen Mitteln ein verhältnismäßig scharfes und detailreiches Foto in der Hand halten kann. Und das aus einer Unterhosenschachtel!!! Einfach unglaublich und faszinierend:

Wenn man das Bild betrachtet, fällt einem auf, dass es einerseits ein Negativ ist (die hellen Flächen erscheinen dunkel und umgekehrt) und andererseits auch spiegelverkehrt ist.

In Zeiten wie diesen ist das zum Glück überhaupt kein Problem mehr. Einmal geschwind in Photoshop geladen, das Bild invertiert und die Arbeitsfläche horizontal gespiegelt ergibt folgendes Bild:

Damit das ganze auch wirklich ein schönes S/W Portrait wird, habe ich das Bild noch in S/W konvertiert und ein wenig an der Gradationskurve gedreht:

Also ich muss schon sagen, dass hat etwas! Seine eigene Kamera zu basteln und dann auch noch die Fotos selbst zu entwickeln. Es hat echt viel Spaß gemacht und nochmal ein riesen Dankeschön, an alle Beteiligten.

lg
euer Michael