Schlagwort-Archiv: Fotoschule

Gastauftritt: Ruben

Ruben habe ich vor einem Jahr während unserer gemeinsamen Zeit auf der Fotoschule-Wien kennen gelernt. Seine außergewöhnlichen Fotos haben mich immer inspiriert und gefesselt. Obendrein ist er ein klasse Kerl und äußerst sympathisch , und das obwohl er Deutscher ist. :-)

Aktuell experimentiert Ruben an einer „Scientist“-Serie und deswegen ist es auch ein wenig experimentell. Ich bin sehr gespannt, was ihr zu seinen Fotos zu sagen habt.

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Weitere Fotos von Ruben findet ihr hier. Unbedingt ansehen!
Und hier noch ein paar Worte von Ruben: „Danke an die jungen, talentierten Wissenschaftler Amalie Dick (oben), Matthew Watson (mitte) und Mattia Dona (unten) fürs geduldige Modeln mit ihren Lieblingsgegenständen aus dem Labor.“

Falls ihr auch einmal ein paar Fotos auf meinem Blog vorstellen möchtet, könnt ihr euch gerne an mich wenden und wir besprechen alles weitere. 😉

lg
Euer Michael

Fotoexperiment – Stille Post

Ich habe auf einem Blog (http://birgitengelhardt.de/blog/2011/06/grosse-fotoaktion-stille-post-anmeldethread/) einmal von einem Projekt gelesen, wo versucht wurde, das Kinderspiel „Stille Post“ in die Fotografie umzusetzen. Und zwar hat das Ganze so funktioniert, dass der erste Teilnehmer ein Foto gemacht hat und es an die nächste Person geschickt hat. Diese Person sieht sich dann das Foto an und nimmt sich 1 Aspekt aus diesem Foto heraus und macht dann basierend auf diesem ebenfalls ein Foto. Dieser Vorgang wiederholt sich so lange, bis alle Teilnehmer einmal an der Reihe waren.

Ein möglicher Aspekt könnte sein:

  • Motivwahl
  • Formen
  • Farben
  • Bildgestaltung
  • Bildstimmung
  • Lichtgestaltung

Die Idee hat mir so gut gefallen, dass ich sie ebenfalls mit meinen Kollegen und Kolleginnen von der Fotoschule ausprobiert habe.

Die Teilnehmer musste auch noch folgende Fragen beantworten:

  • Was hat mir an dem zugeschickten Foto besonders gefallen?
  • Welchen Aspekt aus diesem Foto habe ich mir herausgesucht, um mein eigenes Foto zu fotografieren?

Die Fotos und die Antworten könnt ihr hier bewundern:

Das Anfangsfoto habe ich selbst geschossen und ist während eines Spazierganges entlang des Kritzendorfer Strombades entstanden. Ich habe bewusst eine geringe Schärfentiefe gewählt und wollte die gegenüberliegende Donauuferseite nicht auf das Bild nehmen, damit dem Betrachter die Illusion gegeben wird, dass es sich hier auch um einen Strand am Meer handeln könnte.

Michael Bösendorfer

Karin Steiner:

Was hat mir an dem zugeschickten Foto besonders gefallen?
Dass der Vorder- und Hintergrund unscharf ist, dass ein Bildausschnitt genommen wurde, der nicht den Himmel umfasst (wie das normalerweise bei Strand-Gewässerbildern der Fall ist), sondern nur Steine und Wasser.

Welchen Aspekt aus diesem Foto habe ich mir herausgesucht, um mein eigenes Foto zu fotografieren?
Auf etwas zu fokussieren, auf dass man normalerweise nicht fokussiert, einen Teil im Bild unscharf zu lassen, die runde Nieten haben auch eine runde Form so wie die runden Steine.

Karin Steiner

Julia Sommer:

Es ist die Blendensache mit vorne und hinten unscharf perfekt gelungen und der Bildausschnitt ist auch sehr interessant und gut gewählt. Außerdem kann man nur rätseln, worum es sich eigentlich dabei handelt – Backwerk vielleicht?! Spannend!

Ich habe mir den Aspekt „technische Bildgestaltung“ ausgesucht. Du sagst „Blende“ ich antworte mit „Verschlusszeit“!

Julia Sommer

Manuela Offenzeller:

Was hat mir an dem zugeschickten Foto besonders gefallen?
„Fließender“ Wasserfall über Geländeabruch – Bildaufbau mit Stein und Wasserloch ergibt ein X

Welchen Aspekt aus diesem Foto habe ich mir herausgesucht, um mein eigenes Foto zu fotografieren?
Fallendes Wasser

Manuela Offenzeller

Elisabeth Scheiring:

Besonders inspiriert hat mich zum einen die ausgezeichnete Lichtsituation, die wiederum der Phantasie des Betrachters freien Lauf lässt bzw. zum anderen die Schönheit der Natur und ihre Formungen.

Ich habe mich für den Aspekt des „Wassers“ und der „Natur“ entschieden und dazu gestern am See eine Seerose gefunden.

Elisabeth Scheiring

Ruben Gutzat:

Also am besten haben mir natürlich die Fliegen gefallen die sich im inneren der Seerose tummelten, zumal das ja nicht unbedingt was ist was man mit Seerosen assoziiert und deswegen einen netten Kontrast gibt.

Und das Fliegen-Thema wollte ich auch in meinem Foto haben!

Ruben Gutzat

Andrea Poschalko:

Besonders gefallen am zugeschickten Foto hat mir die „Schönheit des alltäglichen Schnappschusses“

Inspiriert hat mich einerseits die Skurrilität des Fotos und andererseits habe ich mir das Thema „Fliegen und Vergänglichkeit“ herausgegriffen.

Andrea Poschalko

Isabella Rauch:

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, mit diesem Bild etwas anzufangen. Die Farben sind angenehm, könnten vielleicht etwas stärker sein.

Jedoch habe ich mich schnell als Referenz für mein Bild das Huhn gewählt. Mein Thema im Bild … Eier -> stammen vom Huhn.

Isabella Rauch

Michael Bösendorfer:

Mir hat sehr gut die Bildkomposition gefallen. Besonders die geringe Schärfentiefe hat es mir angetan.

Ich habe mir einerseits den Aspekt des Ei’s herausgeholt und natürlich durfte die geringe Schärfentiefe in meiner Bildkomposition auch nicht fehlen.

Michael Bösendorfer

Mir hat das ganze Experiment sehr viel Spaß gemacht und ich möchte mich hier noch einmal herzlich bei allen Teilnehmern bedanken. Ohne Euch wäre dieses fantastische Experiment in dieser kurzen Zeit nicht möglich gewesen! Wie hat euch die Geschichte gefallen?

lg
Euer Michael

Fotolehrgang – Lichter der Großstadt

Juhuu! Ich hab es geschafft. Jetzt ist es offiziell. Ich habe die Aufnahme in den Fotolehrgang für die kommenden zwei Semester geschafft.
Voraussetzung hierfür war die Teilnahme an einem der Infoabende sowie die Abgabe der Fotos zur Aufnahmeaufgabe. Das Thema der Aufnahmeaufgabe lautete: „Lichter der Großstadt“.

Zu diesem Thema musste man mindestens fünf Fotos im Format 20x30cm oder 24x30cm egal ob in schwarz/weiß oder Farbe mitnehmen. Für mich eine ganz neue Erfahrung. Es war schon ewig her, dass ich Fotos nicht nur am Bildschirm sondern auch wieder einmal ausgedruckt in der Hand halten sollte. Noch dazu nicht in der gewohnten Größe (10x15cm) sondern in 20x30cm.

Der erste Schritt war natürlich ein Brainstorming über mögliche Motive. Das ich Fotos von meiner Lieblingsgroßstadt Wien machen wollte stand außer Frage. Ich wollte jedoch nicht ein Motiv und dieses dann aus unterschiedlichen Blickwinkeln fotografieren, sondern einen bunten Mix aus unterschiedlichen Motiven einfangen. Meine Fotos entstanden dann schlussendlich an 2 aufeinanderfolgenden Tagen, da am ersten Tag mir nach den ersten Fotos das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Anbei möchte ich euch nun die fünf Fotos präsentieren, welche es schlussendlich zum Druck geschafft haben.

Ursprünglich war geplant, die wirklich toll beleuchtete U2-Brücke bei der Praterbrücke zu fotografieren, während eine U-Bahn über sie fährt. Leider hatte man zu keinem Zeitpunkt keinen freien Blick auf die Brücke, sodass ich mich entschloss einmal in die U-Bahnstation zu gehen. Dort hatte man einen super Blick, direkt auf die Brücke. Dabei ist auch das erste Foto entstanden, welches zwei entgegenkommende U-Bahnen auf der U2-Brücke zeigt. Hier galt es jedoch 2 Probleme zu meistern: Das erste Problem war, dass ich unbedingt zwei U-Bahnen auf diesem Bild zeigen wollte. Hier hieß es warten um den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Das zweite Problem war die Dauer der Belichtungszeit. Einerseits wollte ich, dass man beide U-Bahnen gut erkennen kann und andererseits wollte ich durch eine etwas längere Belichtungszeit die Bewegung der linken U-Bahn im Bild festhalten. Mit einer Belichtungszeit von 0,6 Sekunden habe ich dann genau das erreicht.

ISO 400 38mm f/3,2 0,6 Sek.

Das nächste Bild zeigt das Hotel Regina während der blauen Stunde. Ich bin schon tausendmal an diesem wunderbar beleuchteten Gebäude vorbeigegangen und jedesmal habe mich geärgert, dass ich meine Kamera nicht dabei hatte. Daher war für mich klar, dieses Motiv musste unbedingt bei den Aufnahmeaufgabe-Fotos dabei sein. Um dem Bild das gewisse Etwas zu verleihen, habe ich mich entschlossen, die davorstehenden Bäume und Äste als natürlichen Bilderrahmen zu verwenden. Mir gefällts :-)

ISO 100 45mm f/22 30 Sek.

Die nächsten beiden Fotos führten mich gegen den Urzeigersinn den Ring entlang. Als ich beim Burgtheater angekommen war, sprang mir sofort unser wunderschön beleuchtetes Rathaus samt Rathausplatz in die Augen. Da mir dieses Motiv nicht als Einziger auffiel, quetschte ich mich zwischen die anwesenden Touristen und schoß gleich mehrere Fotos. Man muss das ja gleich ausnutzen, wenn man schon mal einen Platz ergattert hat. Der Nachteil: ich musste mich dann zwischen mehreren Fotos entscheiden. Bei einem war im Vordergrund eine Kutsche zu sehen, was mir dann doch etwas zu kitschig war, beim anderen sah man die Straßenbahn. Alles eigentlich super Fotos. Ich habe mich dann aber für das Geisterfoto entschieden. Auf den ersten Blick zeigt es einen Touristen, welcher ein Foto von dem Rathaus macht. Wenn man jedoch das Bild genauer betrachtet, sieht man, dass aufgrund der hohen Belichtungszeit von 30 Sekunden auch noch andere Touristen als „Geister“ auftauchen. Offenbar hat unserem Touristen das Rathaus so gut gefallen, dass er die vollen 30 Sekunden Belichtungszeit an der selben Stelle stand, wodurch er als einziger deutlich auf dem Foto zu erkennen ist.

ISO 100 42mm f/16 30 Sek.

Für das nächste Foto musste ich dann nicht weit gehen. Schwups über die Straße und schon war mir klar: Ich muss ein Foto mit dem Burgtheater machen. Die Herausforderung bei diesem Foto war wieder einmal die Belichtungszeit sowie der Zeitpunkt der Aufnahme. Für die Aufnahme habe ich gewartet, bis die Ampel auf „Grün“ springt und habe dann 1 Sekunde lang belichtet. Dadurch ist das Auto rechts ganz scharf, während die bereits wegfahrenden Autos nur mehr schemenhaft erkennbar sind. Die näherkommende Straßenbahn ist für mich das Pünktchen auf dem i.

ISO 100 24mm f/5,5 1,0 Sek.

Eigentlich wollte ich auch noch das Parlament fotografieren, aber irgendjemand hatte dort dann leider schon das Licht abgedreht :-/

Das letzte Foto ist mein absoluter Favorit, da es unter anderem auch das Thema „Lichter der Großstadt“ am besten von allen trifft. Bei diesem Foto hatte ich schon im Vorhinein ganz klare Vorstellungen, wie es am Schluss aussehen sollte. Es wurde vom Leopoldsberg aufgenommen und zeigt unter anderem die zwei Wahrzeichen, Donauturm und Riesenrad, sowie die schön beleuchteten Brücken der Donau. Ich muss euch sagen, ich habe den Ausblick dort sehr genossen, wobei dieser an einem lauen Sommerabend sicher mehr zu empfehlen ist, als an einem stürmischen Winterabend :-)

ISO 100 70mm f/6,3 30 Sek.

Anbei noch ein paar Tipps, für gelunge Nachtaufnahmen:

  • Bei Nachtaufnahmen empfehle ich immer ein Stativ zu verwenden, da ihr so eure Fotos länger belichten könnt, ohne dass die Fotos verwackeln.
  • Da bei einer Langzeitbelichtung jede Art von Kamerabewegung sich störend auf das Foto auswirkt und ich bis vor kurzem noch keinen Fernauslöser hatte, habe ich für die Langzeitbelichtungen den Selbstauslöser auf 2 Sekunden gestellt. Dadurch vermied ich, dass ich beim Auslösen die Kamera bewegte.
  • ISO möglichst gering halten, sodass das Bild möglichst wenig Bildrauschen zeigt. Gerade bei Langzeitbelichtungen kann das Bildrauschen recht schnell ärgerlich werden.
  • Falls es eure Kamera zulässt, spielt euch ein wenig mit der Belichtungsdauer (bei den meisten Spiegelreflexkameras kann man diese unter anderem mit der Einstellung Tv frei wählen).
  • Falls es draußen kalt ist, zieht euch warm an.

Ich wünsch euch viel Spaß beim Fotografieren und freue mich schon jetzt auf eure Kommentare.

lg
euer Michael