Kategorie-Archiv: Technik

Meine Immer-Dabei-Kamera

Lange Zeit war ich auf der Suche, nach einer qualitativ hochwertigen, aber dennoch kompakten Kamera. Die Kamera sollte 3 Anforderungen erfüllen:

  1. kleiner und leichter als meine Spiegelreflexkamera
  2. Manuelle Einstellmöglichkeiten der Belichtung und Blende und die Möglichkeit in Raw aufzunehmen wie bei einer Spiegelreflexkamera
  3. ein optischer Sucher

Ich habe mich lange erkundigt und mir viele Kameras angesehen, bevor ich mich für die FujiFilm X20 entschieden habe. Ursprünglich wollte ich die FujiFilm X100s, jedoch diese war mit knapp 1250€ preislich nicht drinnen.

Mittlerweile gibt es ja schon viele Kameras, die die ersten beiden Kriterien erfüllen. Wie sich schnell herausstellte, war der optische Sucher das entscheidende Kriterium, warum viele andere (vor allem Systemkameras) nicht zur Auswahl standen. Der Grund, warum ich unbedingt einen Sucher wollte ist relativ einfach erklärt. Zum Einen wollte ich nicht ständig das LCD Display und somit den Akku beanspruchen und zum Anderen fühlt es sich einfach besser an, wenn man die Fotos durch einen Sucher macht. 😉 Ich habe mir die digitalen Suchen einiger Hersteller angesehen und zum damaligen Zeitpunkt war jeder dieser digitalen Sucher so träge, das ich das Gefühl hatte, das sie 1 Sekunde nachziehen. Daher wollte ich unbedingt einen optischen Sucher haben.

So fiel recht schnell die Wahl auf die FujiFilm X20. Ich gebe zu, dass vor allem der geniale Retrolook maßgebend meine Entscheidung für die FujiFilm beeinflusst hat. Als ich sie das erste Mal sah, wollte ich sie sofort haben.

Nachdem ich sie nun schon ein paar Monate besitze, wollte ich euch auch meine persönliche Einschätzung zur FujiFilm X20 geben. Während die ersten beiden Kriterien zu 100% erfüllt wurden, bin ich mit der Umsetzung des optischen Suchers nicht zufrieden. Ich bin halt von meiner Canon 5D Mark III doch einiges Besseres gewohnt.

Zum einen sieht man das Objektiv bei der Weitwinkeleinstellung, was mir aber schon vor dem Kauf bekannt war. Zum anderen ist der Sucher so klein, dass ich mir etwas schwer tue durch die Kamera durchzugucken. Was mich aber am meisten am Sucher stört, die Tatsache, dass man recht wenig Zusatzinformationen im Sucher angezeigt bekommt. So ist die Auswahl des Autofokuspunktes nur über das LCD Display möglich. Weiters ist die Anzeige der Belichtungsmessung recht dürftig. Durch einen kleinen grünen Pfeil nach oben/unten wird grob angezeigt, ob man mit der aktuellen Einstellung über oder unter belichtet. Jedoch ist nicht ersichtlich, wieviele Blendenstufen daneben man daneben liegt.

Der Nachteil des doch recht dürftigen Suchers ist natürlich, dass das LCD Display quasi die ganze Zeit läuft und um auch im Sonnenlicht zu bestehen auf voller Leistung läuft. Dadurch leidet der Akku sehr. Ein zweiter Akku ist eigentlich Pflicht.

Bis auf den Sucher überzeugt die FujiFilm X20 auf allen Linien. Der Autofocus ist schnell und präzise. Die Qualität der Fotos ist für diese Preiskategorie gut und das Rauschen auch bei hohen ISO Einstellungen brauchbar. Schwerst genial ist auch der Makro Modus mit einer Naheinstellgrenze von 1cm. Also für alle Makro Freeks unter euch, ist die X20 defintiv eine absolute Empfehlung.

Eines meiner Lieblingsfotos unseren letzten Sardinien Urlaubs kennen die treuen Leser unter euch bereits. Als ich dieses Motiv sah, war ich echt froh, dass ich meine Immer-Dabei-Kamera dabei hatte. Diese Kombination aus Licht, Schatten und Wolkendecke gibt es nur einmal :-)

Sardinien Appetizer

Falls ich mir heute wieder eine „Immer-Dabei-Kamera“ kaufen würde, würde ich mir noch einmal die Systemkameras genauer ansehen. Dennoch ist die FujiFilm X20 was Bildqualität, Verarbeitung und sonstige Funktionen angeht eine super Kamera. Wenn man gänzlich auf einen Sucher verzichten kann, wäre möglicherweise auch die Sony DSC-RX100 eine brauchbare Alternative.

Und nun noch ein bisschen Werbung in eigener Sache :-)
Im September finden wieder die Workshopwochen statt und für alle die sich bis Ende August für einen Workshop anmelden habe ich noch etwas ganz besonderes:

Bring your Friend! 50% Ermäßigung auf jeden Photowalk/Workshop wenn ihr euch zu zweit anmeldet. Mit Freunden fotografieren mach doppelt so viel Spaß. Deshalb gibt es bis Ende August noch die Möglichkeit sich gemeinsam mit einem Freund für einen der September Photowalks oder Workshops anzumelden und ihr spart jeweils 50% zum regulären Preis. Kommende Woche Mittwoch geht es bereits mit dem Themenphotowalk los. Einzige Voraussetzungen sind Spaß am Fotografieren und eine eigene Kamera (eine Spiegelreflex ist für den Themenphotowalk nicht nötig). Ich freue mich schon sehr auf euer kommen.
Anmelden könnt ihr euch einfach mit einer Mail an office@boesendorfer-photography.com oder direkt auf der Homepage. Einfach anmerken, dass ihr die „Bring your Friend“ Aktion nutzen möchtet.

lg
euer Michael

Warum ich die Food Photography liebe :-)

Na das ist ja offensichtlich … wer mich kennt weiß, ich esse gerne und am besten natürlich mit Liebe zubereitete Mahlzeiten. Da kam es mir sehr gelegen, dass ich für den ersten Food Photography Auftrag ca. 7 frisch und mit Liebe zubereitete Gerichte essen fotografieren durfte.

Ausgerüstet mit Stativ, meinem mobilen Fototisch und meiner Studioblitzanlage, machte ich mich mit leerem Magen auf den Weg. Das mit dem leeren Magen bereute ich bereits, als ich den ersten Fuß in das provisorisch eingerichtete Fotostudio machte. Es roch dermaßen gut nach Essen, das ich eigentlich gleich zum zweiten Teil der Food Photography schreiten wollte. Aber, gut erzogen wie ich bin, zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Mein Fototisch bot, mit seiner weißen Hohlkehle, den perfekten Hintergrund. Ich entschied mich dafür, das Licht von hinten bzw. schräg hinten, einfallen zu lassen, da so die Struktur des Essen perfekt hervorgehoben wird und das ganze etwas spannender wirkt. Damit die Schattenseite dann nicht zu dunkel wird und die Schatten somit absaufen, verwende ich einen weißen Reflektor zum Aufhellen. Hier kann ich euch gerne den 5in1 Faltreflektor von Matin empfehlen (gekauft bei EnjoyYourCamera). Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

SchnitzelWeinkaraffeCafe LatteMohr im Hemd

Als verantwortungsvoller Food Fotograf, hat man natürlich auch die Pflicht, die von einem abgelichteten Motive zu verkosten. Gar nicht so einfach, wenn man so erzogen wurde wie ich:

Was auf den Teller kommt, wird aufgegessen 😉

lg
euer Michael

Fotografie-Fieber

Hier ist er: Der erste Gastbeitrag auf Michaels Blog. :-)

Wie die meisten wahrscheinlich schon mitbekommen haben, ist das Fotografieren für meinen Mann Michael ein sehr großes Hobby geworden. Da ist es nur selbstverständlich, dass ich mehr oder weniger zwangsweise auch einiges übers Fotografieren mitbekommen habe.

Anfangs habe ich meine Ohren zugeklappt sobald Michael angefangen hat mir etwas über Blendeneinstellungen, Belichtungszeit, richtigem Equipment etc. zu erzählen. Aber mit der Zeit wurde das Interesse immer größer. Da kam mir natürlich zugute, dass ich quasi einen Profi an meiner Seite hatte, den man ungeniert immer wieder die gleichen Fragen stellen konnte. Man glaubt es kaum, aber wenn man die Technik dahinter mal ein bisschen versteht, macht das Ganze auch Spaß!!! Das Fotografie-Fieber hatte auch mich gepackt!! :-)

Nachdem ich durch Michaels Fotografie-Experimente und seinen vielen bereitwilligen Erklärungen schon viel gelernt hatte, wollte ich mein bisheriges Wissen in einem Fotografie-Workshop untermauern. Meine Erkenntnisse und einige praktische Tipps die ich von diesem Wochenende mitgenommen habe, möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Erkenntnis Nr.1:

Damit sich das ausgewählte Motiv von seiner Umgebung besser abhebt, kann man die Schärfentiefe reduzieren. Das macht man indem die Blende weit geöffnet wird (=kleine Blendenzahl). Dadurch wird der Hintergrund unscharf und das ausgewählte Motiv tritt klarer hervor. Das Auge weiß somit besser, wo es hinsehen soll.

Hier seht ihr gleiche Bilder mit einmal großer und einmal geringer Schärfentiefe:

Tipp: Um eine gute Unschärfe hinzubekommen, muss der Abstand zwischen Kamera und dem ausgewählten Motiv möglichst klein und der Abstand zwischen ausgewählten Motiv und Hintergrund möglichst groß sein!

Erkenntnis Nr.2:

Das Licht ist generell ein sehr wichtiger Faktor beim Fotografieren. Ein Motiv kann noch so schön sein, wenn das Licht nicht stimmt wirkt das Bild oft fad.

Tipp: Das ausgewählte Motiv sollte auf jeden Fall gut beleuchtet sein. Wenn der Hintergrund dunkler ist als das ausgewählte Motiv, wirkt das Bild noch besser!

Erkenntnis Nr.3:

Wasser ist total spannend zu fotografieren. Mit einer kurzen Belichtungszeit kann man einzelne Tropfen sichtbar machen, während man mit einer langen Belichtungszeit das Fließen des Wassers darstellen kann.

Hier ein Beispiel für eine kurze Belichtungszeit:

Und ein Beispiel für eine lange Belichtungszeit:

Bei einer langen Belichtungszeit ist die Gefahr des Verwackelns relativ groß. Deshalb sollte man entweder mit einem Stativ arbeiten oder so wie ich es im Bild oben gemacht habe, die Kamera auf einen stabilen Untergrund auflegen.

Tipp: Bei langen Belichtungen, ist es gut mit Selbstauslöser zu arbeiten. Denn durch das Drücken des Auslösers wackelt die Kamera ganz leicht und kann Schuld für ein unscharfes Bild sein!

Erkenntnis Nr.4:

Ich hatte während des Workshops die Gelegenheit, ein Makro Objektiv auszuprobieren. Das ist eine super Sache, weil man damit Objekte so nahe sehen kann, wie es das menschliche Auge nicht schafft. Ungewohnt dabei ist, dass man sehr nah an das Motiv herangehen muss und ein ziemlich ruhiges Händchen braucht. :-)

Die unten gezeigten Motive habe ich von ca. 10cm Entfernung fotografiert. In der Realität sind diese Motive ca. 4cm groß.

Tipp: Bei Makro Aufnahmen sollte die Blende nie ganz offen sein, da sonst nur ein winzig kleiner Teil des Motivs tatsächlich scharf ist. Am besten mit einer Blendenzahl ab 8.0 arbeiten.

Erkenntnis Nr.5:

Zum Schluss gibt es noch 2 Fotos mit „Zoom-Effekt“. Mit diesem Effekt kann man bei unbeweglichen Motiven eine Art Bewegung erzeugen. Das funktioniert indem man mit einer fixen Belichtungszeit (hier war es 1/30 Sekunde) während des Auslösens hinauszoomt.

Tipp: Wichtig ist es möglichst schnell und trotzdem gleichmäßig hinauszuzoomen, und dabei die Kamera möglichst ruhig zu halten!

Ich hoffe, die Bilder und Tipps haben euch gefallen. Ihr werdet bestimmt wieder einmal von mir lesen! Bis dahin viel Spaß beim selbst Ausprobieren!

lg
Eure Marie

Camera Obscura …

… oder wie man mit einer Unterhosenschachtel ein Portrait macht.

Man nehme:

  • eine lichtdichte Schachtel
  • ein lichtempfindliches s/w Fotopapier
  • eine Nadel
  • einen Joghurtdeckel
  • schwarzes Klebeband

Man:

  • macht mit der Nadel ein Loch in den Joghurtdeckel.
  • schneidet ein kleines Loch aus der Schachtel und klebt den Joghurtdeckel über das Loch.
  • dichtet das Loch des Joghurtdeckels mit dem schwarzen Klebeband ab.
  • geht in einen ganz ganz dunklen Raum und legt das lichtempfindliche Fotopapier auf die gegenüberliegende Seite des Loches.
  • geht dann ins Freie, stellt sein Model in die Sonne und bittet es ruhig zu sitzen.
  • richtet dann die Schachtel auf das Model und entfernt das schwarze Klebeband.
  • wartet 20-30 Sekunden.
  • klebt das Klebeband wieder vor die Öffnung und geht in den zuvor genannten dunklen Raum.
  • nimmt dort das Fotopapier aus der Schachtel und legt es 60 Sekunden in den Entwickler, 15 Sekunden in Essigwasser, 30 Sekunden in den Fixierer und 120 Sekunden ins Wasser.
  • freut sich, sein erstes selbstgemachtes Foto mit der selbst gebauten Kamera in der Hand zu halten.

Wie geil ist dass denn? Ich habe es selbst nicht glauben können, dass man mit so einfachen Mitteln ein verhältnismäßig scharfes und detailreiches Foto in der Hand halten kann. Und das aus einer Unterhosenschachtel!!! Einfach unglaublich und faszinierend:

Wenn man das Bild betrachtet, fällt einem auf, dass es einerseits ein Negativ ist (die hellen Flächen erscheinen dunkel und umgekehrt) und andererseits auch spiegelverkehrt ist.

In Zeiten wie diesen ist das zum Glück überhaupt kein Problem mehr. Einmal geschwind in Photoshop geladen, das Bild invertiert und die Arbeitsfläche horizontal gespiegelt ergibt folgendes Bild:

Damit das ganze auch wirklich ein schönes S/W Portrait wird, habe ich das Bild noch in S/W konvertiert und ein wenig an der Gradationskurve gedreht:

Also ich muss schon sagen, dass hat etwas! Seine eigene Kamera zu basteln und dann auch noch die Fotos selbst zu entwickeln. Es hat echt viel Spaß gemacht und nochmal ein riesen Dankeschön, an alle Beteiligten.

lg
euer Michael