Kategorie-Archiv: Praxiswissen

Warum ich die Food Photography liebe :-)

Na das ist ja offensichtlich … wer mich kennt weiß, ich esse gerne und am besten natürlich mit Liebe zubereitete Mahlzeiten. Da kam es mir sehr gelegen, dass ich für den ersten Food Photography Auftrag ca. 7 frisch und mit Liebe zubereitete Gerichte essen fotografieren durfte.

Ausgerüstet mit Stativ, meinem mobilen Fototisch und meiner Studioblitzanlage, machte ich mich mit leerem Magen auf den Weg. Das mit dem leeren Magen bereute ich bereits, als ich den ersten Fuß in das provisorisch eingerichtete Fotostudio machte. Es roch dermaßen gut nach Essen, das ich eigentlich gleich zum zweiten Teil der Food Photography schreiten wollte. Aber, gut erzogen wie ich bin, zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Mein Fototisch bot, mit seiner weißen Hohlkehle, den perfekten Hintergrund. Ich entschied mich dafür, das Licht von hinten bzw. schräg hinten, einfallen zu lassen, da so die Struktur des Essen perfekt hervorgehoben wird und das ganze etwas spannender wirkt. Damit die Schattenseite dann nicht zu dunkel wird und die Schatten somit absaufen, verwende ich einen weißen Reflektor zum Aufhellen. Hier kann ich euch gerne den 5in1 Faltreflektor von Matin empfehlen (gekauft bei EnjoyYourCamera). Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

SchnitzelWeinkaraffeCafe LatteMohr im Hemd

Als verantwortungsvoller Food Fotograf, hat man natürlich auch die Pflicht, die von einem abgelichteten Motive zu verkosten. Gar nicht so einfach, wenn man so erzogen wurde wie ich:

Was auf den Teller kommt, wird aufgegessen 😉

lg
euer Michael

Die neuen Herbstworkshops sind da

Angefangen vom Themen-Photowalk, welcher auch die ideale Vorbereitung für den Wiener Fotomarathon ist, über den „Wien zur Blauen Stunde“-Workshop bis hin zum Anfänger-Workshop und Fortgeschrittenen-Workshop und last but not least der Bildanalyse.

Nachdem es in Zukunft noch mehr Workshops gibt, habe ich auch den „Wir Fotografieren Bonus Club“ ins Leben gerufen. Treue soll ja schließlich belohnt werden :-). Bereits ab dem 2. Workshop seid ihr automatisch beim Bonus Club dabei und profitiert unter anderem von 20% Preisnachlass bei jedem zukünftigen Photowalk, Workshop und jeder zukünftigen Bildanalyse.

Die Details zu den Workshops sowie die Anmeldemöglichkeiten findet ihr hier:

Themen-Photowalk:
Hängender AffeBeim Themen-Photowalk verbringen wir einen gemeinsamen Abend in Wien, an dem wir zu einem vorgegebenen Thema (z.B. Licht und Schatten) fotografieren. Während des Walks ist genügend Zeit, damit ich auch auf eure individuellen Fragen eingehen kann.
Ihr werdet sehen wie schnell ihr lernt, die Umgebung mit anderen Augen wahrzunehmen. Ihr werdet staunen wie viel Kreativität in euch steckt!
Am Ende des Tages schickt mir jeder seine drei besten Fotos, die anschließend auf meinem Blog und auf Facebook veröffentlicht werden. So kann jeder Teilnehmer sehen, wie die anderen Photowalker das Thema umgesetzt haben.

Datum: Mittwoch, 4. September 2013
Uhrzeit: 18:30 – 20:00
Treffpunkt: Wien – Stephansplatz

Mitzubringen: Eure Kamera und eure Objektive
Preis: 20€
Zur Anmeldung

Photowalk – Blaue Stunde Wien
Blaue StundeBeim Photowalk – Blaue Stunde entdecken wir gemeinsam die Faszination der blauen Stunde. Zu Beginn besprechen wir, was beim Fotografieren während der blauen Stunde beachtet werden muss und dann geht es schon los!
Nutzen wir gemeinsam die Gunst der blauen Stunde um phänomenale Fotos zu machen!
Am Ende des Tages schickt mir jeder seine drei besten Fotos, die anschließend auf meinem Blog und auf Facebook veröffentlicht werden. So kann jeder Teilnehmer sehen, wie die anderen Photowalker die blaue Stunde wahrgenommen haben.

Datum: Mittwoch, 11. September 2013
Uhrzeit: 18:30 – 20:00
Treffpunkt: Wien – Maria Theresien Denkmal zwischen dem naturhistorischen und dem kunsthistorischen Museum

Mitzubringen: Eure Kamera, eure Objektive und ein Stativ
Preis: 20€
Zur Anmeldung

Anfänger-Workshop (Technik)
Herbst_Workshop_2In einer kleinen Gruppe werden wir gemeinsam die Basics lernen, damit ihr nicht mehr im Automatikmodus eurer Spiegelreflexkamera fotografieren müsst. Ihr lernt wie ISO, Belichtungszeit und Blende zusammenhängen und welche Möglichkeiten man damit beim Fotografieren hat. Das Erlernte probieren wir gleich an Praxisbeispielen aus. Damit könnt ihr am Ende des Tages die Halbautomatikmodi (Av, S, T, … und wie sie noch alle heißen) nutzen, um tolle Fotos zu machen!

Datum: Samstag, 21. September 2013
Uhrzeit: 10:00 – 16:00
Ort: Greifenstein Kajaksvereinshaus (nähe Wien)

Mitzubringen: Eure Kamera, eure Objektive und wer hat ein Stativ
Preis: 80€
Zur Anmeldung

Fortgeschrittenen-Workshop (Bildgestaltung/Kreativtechniken)
Herbst_Workshop_3Ein gutes Foto entsteht bereits im Kopf. Belichtungszeit, Blende und ISO sind zwar wesentliche Faktoren, entscheidend für ein gutes Bild sind aber die Bildgestaltung und das richtige Motiv.
In diesem Workshop erlernen wir anhand von praktischen Beispielen diverse Bildgestaltungsmöglichkeiten und einige Kreativtechniken.

Datum: Sonntag, 22. September 2013
Uhrzeit: 10:00 – 16:00
Ort: Greifenstein Kajaksvereinshaus (nähe Wien)

Mitzubringen: Eure Kamera, eure Objektive und wer hat ein Stativ
Preis: 80€
Zur Anmeldung

Workshop Kombi (Technik, Bildgestaltung und Kreativtechniken)
Herbst_Workshop_1Natürlich könnt ihr auch den Anfänger-Workshop und den Fortgeschrittenen-Workshop kombinieren – um gleich an einem Wochenende zum Fotografie-Profi zu werden! Wenn Ihr gleich die Workshop Kombi bucht, kommt es euch preislich selbstverständlich auch entgegen ;-).

Mitzubringen: Eure Kamera und eure Objektive und wer hat ein Stativ

Datum: Samstag, 21. September 2013 & Sonntag, 22. September 2013
Uhrzeit: 10:00 – 16:00
Ort: Greifenstein Kajaksvereinshaus (nähe Wien)
Mitzubringen: Eure Kamera, eure Objektive und wer hat ein Stativ
Preis: 140€
Zur Anmeldung

Bildanalyse im Café
BildanalyseIn lockerer, kleiner Runde werden wir in der Gruppe eure Fotos besprechen, konstruktives Feedback geben und gemeinsam Verbesserungsvorschläge erarbeiten.
Auch wenn es im ersten Moment unangenehm klingt, Feedback von anderen Personen hilft total um sein fotografisches Können zu verbessern. Gleichzeitig kann man sich auch von den Fotos der anderen Teilnehmer inspirieren lassen und dabei viel lernen.

Datum: Freitag, 27. September 2013
Uhrzeit: 19:00 – 20:30
Ort: ein Café in Wien (wird noch bekanntgegeben)
Mitzubringen: bitte schickt mir vorab bis zu 5 Fotos, zu denen ihr gerne Feedback hättet
Preis: 15€
Zur Anmeldung

Solltet ihr noch Fragen haben oder euch für einen der Workshops anmelden wollen, könnt ihr mich auch gerne unter office@boesendorfer-photography.com kontaktieren.

lg
euer Michael

Stillleben Teil 2 (modern)

Nachdem ich euch letzte Woche ein klassisches Stillleben vorgestellt habe, möchte ich euch in diesem Blogeintrag ein Beispiel eines modernen Stilllebens zeigen.

Zuvor möchte ich aber noch das kleine Bilderrätsel von letzten Mal auflösen. Wie von den meisten richtig erkannt, versteckt sich in meinem Stillleben ein lachendes Gesicht. Am besten erkennt man das, wenn man das Bild um 180° dreht:

Klassisches Stillleben gedreht

So … nun zum modernen Stillleben.

Die beiden ersten Fotos sind von oben fotografiert. Hier ist nicht viel zu beachten, außer dass man aufpassen muss, dass der eigene Bauch nicht ins Bild rutscht 😉

Modernes Stillleben 1 Modernes Stillleben 2

Beim Foto im Hochformat habe ich eine Perspektive von schräg vorne und eine offene Blende von 2,8 gewählt. Hier ist es auch wichtig, dass man die Abstände der Objekte zueinander immer weiter vergrößert, desto weiter sie vom Aufnahmestandpunkt entfernt sind. Daher bekommt man trotz der gewählten Perspektive den Eindruck, dass die Objekte gleich weit von einander entfernt sind.

lg
Euer Michael

Stillleben Teil 1 (klassisch)

Im Rahmen meiner Ausbildung auf der Fotoschule, mussten wir 3 unterschiedliche Arten von Stillleben fotografieren: klassisch, modern und vorgefunden

Heute möchte ich euch die 2 Fotos zeigen, welche ich für das klassische Stillleben fotografiert habe. Stillleben selbst bedeutet, dass kleinere bis mittelgroße Gegenstände z.B. auf einem Tisch arrangiert werden. Das klassische Stillleben orientiert sich hier an der Malerei.

Dieses Foto wurde bei kompletter Dunkelheit geschossen und mittels Langzeitbelichtung (5 Sekunden) und mittlerer Blende (f8) von einem Stativ aus fotografiert. Die Vorteile dieser Version sind die authentische Schattengebung und die realistische Wiedergabe. Damit das Obst auf der Schattenseite nicht zu dunkel ist, haben ich um das Stillleben herum kleine Teekerzen aufgestellt. Die Nachteile der relativ langen Belichtungszeit sind die Überbelichtung der Flamme selbst und dass der Schattenwurf nicht scharf ist.

klassisches Stillleben 1

Beim zweiten Foto habe ich ein wenig „geschummelt“ und habe mittels eines entfesselten Systemblitzes (=Aufsteckblitz) das Stillleben fotografiert und mittels Weißabgleich die „warme“ Stimmung an das erste Foto angepasst. Der Vorteil liegt in dem klaren Schattenwurf und das Kerzenlicht selbst ist noch gut erkennbar. Als erheblichen Nachteil hat sich die Reflexion des Blitzes im Teller und auf dem Obst, sowie der „falsche“ Schattenwurf herausgestellt. Auch hier habe ich mittels einem kleinen Trick arbeiten müssen, damit die Schattenseite nicht komplett dunkel ist. Dafür habe ich einfach eine Styroporplatte links vorne hingehalten. Ich hab in meinem Leben schon viel Blödsinn und unnötiges Zeugs gekauft, aber ich kann euch verraten, dass die 2€ – Styroporplatte mit Abstand eines der effektivsten Hilfsmittel in der Fotografie ist und jeden Cent wert ist :-)

klassisches Stillleben 2

Die Fotos wären aber keine klassischen „Bösendorfer“ wenn ich es nur normal fotografiert hätte. Daher habe ich mich noch dazu entschlossen ein zweites Bild im Bild zu verstecken. Wer sieht es zuerst? :-)

lg
euer Michael

Kostenloser Anfänger Foto-Workshop

UPDATE: Der Workshop ist bereits ausgebucht. Weitere Anmeldungen kann ich nur mehr auf die Warteliste nehmen. Vielleicht fällt noch der eine oder andere aus.

Wie in meinem vorigen Blogartikel angekündigt, kommen heute die Details zum Anfänger Foto-Workshop.

Ich kenne viele, die sich eine Spiegelreflexkamera oder eine Systemkamera gekauft haben und sich aber nicht damit auskennen und daher hauptsächlich im Vollautomatikmodus fotografieren. Mein Ziel ist es, diesen Personen die Angst vor den Halbautomatiken (Av, S, T, … Und wie sie noch alle heißen) und schlussendlich auch dem manuellen Modus zu nehmen. Außerdem möchte ich einfache Mittel der Bildgestaltung, wie zum Beispiel die Drittelregel anhand von Praxisaufgaben vermitteln. Der Workshop wird sehr interaktiv gestaltet sein und ist auf drei Säulen aufgebaut: Technik, Bildgestaltung und Kreativtechniken. Damit das Ganze nicht zu trocken wird, werden wir die einzelnen Themen zusammen erarbeiten. Der Workshop findet voraussichtlich an einem Samstag im April statt. Unverbindliche Voranmeldungen sind ab sofort unter workshop@michaelfotografiert.com möglich.

Die maximale Teilnehmerzahl ist mit 6 Personen beschränkt (first-come, first-served). Der Workshop findet in Klosterneuburg/Wien statt und ist kostenlos.

Workshop Informationen
Was? – Anfänger Workshop: Technik, Bildgestaltung und Kreativtechniken.
Wo? – Greifenstein
Wann? – 27.4
Wer? – Fotografie Anfänger mit einer digitalen Spiegelrefelxkamera oder einer Systemkamera.
Wie? – Anmeldung unter workshop@michaelfotografiert.com erforderlich.
Voraussetzungen? – Keine – lediglich Interesse.

Bei Fragen bitte ebenfalls an workshop@michaelfotografiert.com wenden. Solltet ihr unschlüssig sein, ob eure Kamera die nötigen Voraussetzungen erfüllt, schickt mir einfach euer Kameramodell.

Workshop

lg
Euer Michael

Fotografie-Fieber

Hier ist er: Der erste Gastbeitrag auf Michaels Blog. :-)

Wie die meisten wahrscheinlich schon mitbekommen haben, ist das Fotografieren für meinen Mann Michael ein sehr großes Hobby geworden. Da ist es nur selbstverständlich, dass ich mehr oder weniger zwangsweise auch einiges übers Fotografieren mitbekommen habe.

Anfangs habe ich meine Ohren zugeklappt sobald Michael angefangen hat mir etwas über Blendeneinstellungen, Belichtungszeit, richtigem Equipment etc. zu erzählen. Aber mit der Zeit wurde das Interesse immer größer. Da kam mir natürlich zugute, dass ich quasi einen Profi an meiner Seite hatte, den man ungeniert immer wieder die gleichen Fragen stellen konnte. Man glaubt es kaum, aber wenn man die Technik dahinter mal ein bisschen versteht, macht das Ganze auch Spaß!!! Das Fotografie-Fieber hatte auch mich gepackt!! :-)

Nachdem ich durch Michaels Fotografie-Experimente und seinen vielen bereitwilligen Erklärungen schon viel gelernt hatte, wollte ich mein bisheriges Wissen in einem Fotografie-Workshop untermauern. Meine Erkenntnisse und einige praktische Tipps die ich von diesem Wochenende mitgenommen habe, möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Erkenntnis Nr.1:

Damit sich das ausgewählte Motiv von seiner Umgebung besser abhebt, kann man die Schärfentiefe reduzieren. Das macht man indem die Blende weit geöffnet wird (=kleine Blendenzahl). Dadurch wird der Hintergrund unscharf und das ausgewählte Motiv tritt klarer hervor. Das Auge weiß somit besser, wo es hinsehen soll.

Hier seht ihr gleiche Bilder mit einmal großer und einmal geringer Schärfentiefe:

Tipp: Um eine gute Unschärfe hinzubekommen, muss der Abstand zwischen Kamera und dem ausgewählten Motiv möglichst klein und der Abstand zwischen ausgewählten Motiv und Hintergrund möglichst groß sein!

Erkenntnis Nr.2:

Das Licht ist generell ein sehr wichtiger Faktor beim Fotografieren. Ein Motiv kann noch so schön sein, wenn das Licht nicht stimmt wirkt das Bild oft fad.

Tipp: Das ausgewählte Motiv sollte auf jeden Fall gut beleuchtet sein. Wenn der Hintergrund dunkler ist als das ausgewählte Motiv, wirkt das Bild noch besser!

Erkenntnis Nr.3:

Wasser ist total spannend zu fotografieren. Mit einer kurzen Belichtungszeit kann man einzelne Tropfen sichtbar machen, während man mit einer langen Belichtungszeit das Fließen des Wassers darstellen kann.

Hier ein Beispiel für eine kurze Belichtungszeit:

Und ein Beispiel für eine lange Belichtungszeit:

Bei einer langen Belichtungszeit ist die Gefahr des Verwackelns relativ groß. Deshalb sollte man entweder mit einem Stativ arbeiten oder so wie ich es im Bild oben gemacht habe, die Kamera auf einen stabilen Untergrund auflegen.

Tipp: Bei langen Belichtungen, ist es gut mit Selbstauslöser zu arbeiten. Denn durch das Drücken des Auslösers wackelt die Kamera ganz leicht und kann Schuld für ein unscharfes Bild sein!

Erkenntnis Nr.4:

Ich hatte während des Workshops die Gelegenheit, ein Makro Objektiv auszuprobieren. Das ist eine super Sache, weil man damit Objekte so nahe sehen kann, wie es das menschliche Auge nicht schafft. Ungewohnt dabei ist, dass man sehr nah an das Motiv herangehen muss und ein ziemlich ruhiges Händchen braucht. :-)

Die unten gezeigten Motive habe ich von ca. 10cm Entfernung fotografiert. In der Realität sind diese Motive ca. 4cm groß.

Tipp: Bei Makro Aufnahmen sollte die Blende nie ganz offen sein, da sonst nur ein winzig kleiner Teil des Motivs tatsächlich scharf ist. Am besten mit einer Blendenzahl ab 8.0 arbeiten.

Erkenntnis Nr.5:

Zum Schluss gibt es noch 2 Fotos mit „Zoom-Effekt“. Mit diesem Effekt kann man bei unbeweglichen Motiven eine Art Bewegung erzeugen. Das funktioniert indem man mit einer fixen Belichtungszeit (hier war es 1/30 Sekunde) während des Auslösens hinauszoomt.

Tipp: Wichtig ist es möglichst schnell und trotzdem gleichmäßig hinauszuzoomen, und dabei die Kamera möglichst ruhig zu halten!

Ich hoffe, die Bilder und Tipps haben euch gefallen. Ihr werdet bestimmt wieder einmal von mir lesen! Bis dahin viel Spaß beim selbst Ausprobieren!

lg
Eure Marie

Vollautomatik: R.I.P.

Heute möchte ich euch anhand ein paar Beispielbilder zeigen, welche Auswirkungen Blende und Brennweite auf ein Motiv haben. Hierfür habe ich das selbe Motiv mit unterschiedlichen Blendenöffnungen und Brennweiten formatfüllend fotografiert. Damit mir das gelingt, musste ich bei jedem Objektivwechsel mich immer weiter vom Motiv entfernen. Seht selbst, welche Auswirkungen die unterschiedlichen Einstellungen auf das Endergebnis haben:

In der ersten Reihe wurde ein Weitwinkel Objektiv mit 12mm Brennweite verwendet. Hier erkennt man sehr gut, dass die Schärfentiefe auf allen Bildern sehr hoch ist. Somit spielt die Schärfentiefe bei Weitwinkelaufnahmen nur eine untergeordnete Rolle. (Blendenwerte: 4,5 – 11 – 22)

Die zweite Reihe wurde mit einem Normal Objektiv aufgenommen. Die Auswirkungen der größeren Brennweite (50mm) und auch die Schärfentiefe sind hier deutlich erkennbar. (Blendenwerte: 2,8 – 11 – 22)

In der dritten Reihe wurde ein Tele Objektiv (300mm) benutzt. Hier sieht man sehr gut, wie der Hintergrund immer größer wird und näher an das Hauptmotiv rückt. Die Schärfentiefe hat bei einem Zoomobjektiv die größte Auswirkung.(Blendenwerte: 5,6 – 11 – 45)

  • Die Blende beeinflusst die Schärfentiefe.
  • Die Brennweite beeinflusst die Perspektive.

Wenn ihr nun auch die Schärfentiefe bei euren Fotos bewusst einstellen wollt, empfehle ich, dass ihr bei eurer Kamera einfach das Rädchen weg von der Vollautomatik auf A oder Av (auch Zeitautomatik genannt) stellt und die gewünschte Blende wählt. A bzw. Av stehen für Aperture value (Englisch für Blendenwert).

Merksatz: 

Kleine Blendenzahl = kleine (geringe) Schärfentiefe

Große Blendenzahl = große Schärfentiefe

lg
Euer Michael

Das große Foto-Musikquiz Teil 1

Mittlerweile habe ich die ersten Theroriekurse und Workshops in der Fotoschule hinter mir und in diesen paar Einheiten, habe ich schon extrem viel gelernt. Eines der wichtigsten Punkte ist eine klare Bildaussage. Um das ein wenig zu trainieren, möchte ich mit euch ein Experiment starten und hoffe auf rege Teilnahme eurerseits. :-)

Das ganze funktioniert so: Ich suche mir ein Lied aus und versuche dieses Lied ausschließlich mithilfe eines Fotos darzustellen. Derjenige der es weiß, oder glaubt zu wissen, soll seinen Tipp in einem Kommentar abgeben. Nach 2-3 Tagen, werde ich dann die Lösung ebenfalls in den Blog-Kommentaren posten. Ich möchte euch nicht mehr länger auf die Folter spannen und bitte euch nun um eure Tipps zu unserem ersten Musikquizfoto:

Für all jene, die hier nicht nur zum Spaß meinen Blog lesen, sondern auch noch etwas dazulernen möchten, habe ich auch gleich einmal ein Foto von meinem „Studio“ angehängt :-)

Wie ihr sehen könnt, ist mein Studio recht spartanisch eingerichtet und es kann ein jeder, mit einfachen Mitteln nachbauen. Folgende Utensilien habe ich verwendet:

  • Um meine Objekte hervorzuheben, habe ich mich für einen schwarzen Hintergrund entschieden. Der Hintergrund ist einfach ein schwarzer Din A3 Karton, welchen ich mit zwei Reißnägel auf eine leere Kartonbox befestigt habe.
  • Dann habe ich mich für eine Lichtquelle entschieden, damit ich die Würfel gezielt von einer Seite beleuchten kann. Da mir das direkte Licht vom Halogenstrahler zu hart war, habe ich mich für eine indirekte Beleuchtung entschieden. Hierfür habe ich einfach das Licht gegen die weiße Wand gerichtet und siehe da, das Licht war deutlich weicher. Weicher bedeutet, dass das Objekt keinen harten Schatten wirft.
  • Natürlich dürfen in meinem Studio auch mein Stativ und meine Kamera nicht fehlen.

Und das wars auch schon. Dann musste ich nur mehr meine Kamera richtig einstellen (Modus M, Blende 22 und Belichtungszeit 0,5 Sekunden) und auf den Auslöser drücken. So … genug Informationen für heute. Jetzt bin ich mal auf eure Tipps gespannt :-)

lg
Euer Michael

Das perfekte Geschenk für unsere Oldies

Letztes Wochenende hat mich eine Freundin gefragt, wie man denn am besten analoge Fotos digitalisert. Sie würde die Fotos gerne für eine PowerPoint Präsentation und für ein Fotobuch für einen runden Geburtstag verwenden.

Eine wirklich tolle Idee, die dem Geburtstagskind und seinen Gästen sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Aber dieses besondere Geschenk bedeutet auch viel Arbeit: Fotoalben durchsehen, die besten Bilder auswählen und anschließend digitalisieren und am Computer bearbeiten. Das Durchsehen und Auswählen der Fotos kann ich euch nicht abnehmen, aber vielleicht kann ich euch in diesem Blogeintrag ein bisschen helfen, was das Digitalisieren und anschließende Bearbeiten von analogen Bildern betrifft.

Hier seht ihr gleich einmal zwei Fotos, welche ich aus unserem Familienalbum stibitzt habe. Falls ihr wissen wollt, wie ich die Foto digitalisiert habe, könnt ihr das im Anschluss nachlesen.

Grundsätzlich gibt es für den Endverbraucher zwei Möglichkeiten ein Bild zu digitalisieren:
– Abfotografieren
– Scannen

Ich würde von dem Abfotografieren eher abraten, da hier viel zu beachten ist (Kameraführung, Lichtverhältnisse, …) und die Qualität sehr schnell darunter leidet.

Daher gibt es meiner Meinung nach nur eine brauchbare Möglichkeit des Digitalisieren: Scannen. Hier gibt es auch einiges (Farbformat, Dateiformat, Auflösung (DPI)) zu beachten.

Farbformat:
Zum Farbformat gibt’s nicht viel zu sagen. Bei meinem Scanner habe ich die 3 Möglichkeiten: Farbe, Schwarzweiß und Graustufen. In den meisten Fällen wird man es in Farbe scannen, da man dann bei der Bildnachbearbeitung die meisten Möglichkeiten hat.

Dateiformat:
Beim Dateiformat kann ich zwischen BMP, JPG, PNG und TIF wählen. Für Fotos ist grundsätzlich TIF oder JPG zu bevorzugen. Bei TIF ist die Qualität unschlagbar, jedoch werden die Dateien hier recht schnell sehr groß. Meine Testdatei hatte bei 600dpi und den Maßen 10x15cm bereits 11,2MB und die JPG Datei nicht einmal ein halbes. Da man bei einem Fotobuch, meistens mehrere Bilder online verschicken muss, würde ich daher das JPG Format empfehlen.

Auflösung (DPI):
DPI steht für Dots per Inch, und ist ein Maß für die Punktdichte. Vereinfacht gesagt gilt: je höher die DPI beim Scannen, desto genauer wird das Bild abgescannt. Grundsätzlich gilt zu klären, für welchen Verwendungszweck man die Fotos digitalisieren möchte. Das sind bei unseren Geschenkideen: Fotobuch und PowerPoint.

Da man sich die Arbeit sparen möchte, die Fotos für jeden dieser Zwecke extra zu scannen, wählt man jenes Endprodukt, welches die höhere Auflösung verlangt. Da bei einem Ausdruck eines Fotos mehr Pixel als bei einer PowerPoint Präsentation über einen Beamer benötigt werden, erkläre ich jetzt wie man die richtige DPI für Fotobücher ermittelt.

Bei den Fotobüchern ist es so, dass die meisten Fotobücher von Cewe sind und die drucken ihre Bücher mit 300 dpi. Eine Faustregel besagt, dass man je nach Qualitätsansprüchen mit eineinhalb bis zweimal so hohen Auflösung wie der Druckauflösung scannen sollte.

Angenommen man möchte ein Standard 10x15cm großes Foto ganzflächig auf einer A4 Seite drucken, dann muss man den Skalierungsfaktor für das Vergrößern ebenfalls noch berücksichtigen:

D.h.: Druckauflösung x Qualität x Vergrößerungsfaktor = DPI beim Scannen

300 x 1,5 x 2 = 900 dpi oder höher

Ich habe das selbst mit 600 und 1200 dpi ausprobiert und falls man wirklich großflächig auf A4 drucken möchte, sollte man zwischen 900 und 1200 dpi wählen. Falls man soundso nur ein A5 Fotobuch geplant hat oder die Fotos im Fotobuch nicht größer als das Ausgangsfoto darstellen möchte, reicht eine geringere DPI ~ 450-600. Unter diesen Wert würde ich aber auf keinen Fall gehen.

Nachbearbeitung:
Analoge Fotos haben die Angewohnheit, dass sie mit der Zeit ein wenig verblassen und die Farben oft nicht mehr so froh sind, wie vor 30 Jahren, als man sie vom Fotohändler seines Vertrauens abgeholt hat. Daher hätte ich folgende 2 Tipps für die Nachbearbeitung.

– Bei S/W Fotos kann man meistens den Kontrast ein wenig anheben
– Bei Farbfotos kann man die Dynamik bzw. die Sättigung ein wenig anheben, damit die verblassten Fotos wieder lebendiger wirken

Um etwas konkreter zu werden, seht ihr jetzt meine obigen zwei Beispielbilder und ihre Originale im Vergleich:

Beim ersten Foto habe ich mich entschieden, es in Schwarz/Weiß umzuwandeln, um so dem Bild mehr Ausdruck zu verleihen. Das Bild habe ich in einem ganz schwachen Orangeton eingefärbt um so einen leichten Sepiaton zu erzeugen und dem Bild damit einen Retrolook zu verleihen. Zusätzlich habe ich ein wenig das Rauschen reduziert und das Bild geschärft:

Beim zweiten Foto habe ebenfalls das Rauschen ein wenig reduziert und nachgeschärft. Wie man deutlich auf dem linken Bild erkennen kann, sind die Farben nicht mehr so schön, wie sie vermutlich vor 25 Jahren einmal waren. Daher habe ich bei diesem Bild zusätzlich noch die Farbtöne Rot, Orange, Gelb und Grün ein wenig verstärkt. Dadurch wirkt das Bild wieder lebendiger und mein Dreiradflitzer wie neu:

Während meiner Recherche bin ich unter anderem auf einen Blogkollegen gestoßen, der sich schon seit längerem und viel detailierter mit dem Thema beschäftigt. Er beschreibt zum Beispiel sehr genau, wie der Workflow mit dem Abfotografieren funktioniert. Falls es jemanden interessiert, ist sind seine Blogeintrag sehr zu empfehlen:

http://intermayer.com/2012/01/22/alte-fotos-reproduzieren-teil-1-ein-foto-wird-digitalisiert/

lg
euer Michael