Kategorie-Archiv: Fotolehrgang

Gastauftritt: Ruben

Ruben habe ich vor einem Jahr während unserer gemeinsamen Zeit auf der Fotoschule-Wien kennen gelernt. Seine außergewöhnlichen Fotos haben mich immer inspiriert und gefesselt. Obendrein ist er ein klasse Kerl und äußerst sympathisch , und das obwohl er Deutscher ist. :-)

Aktuell experimentiert Ruben an einer „Scientist“-Serie und deswegen ist es auch ein wenig experimentell. Ich bin sehr gespannt, was ihr zu seinen Fotos zu sagen habt.

Ruben_Scientist_01 Ruben_Scientist_02 Ruben_Scientist_03

Weitere Fotos von Ruben findet ihr hier. Unbedingt ansehen!
Und hier noch ein paar Worte von Ruben: „Danke an die jungen, talentierten Wissenschaftler Amalie Dick (oben), Matthew Watson (mitte) und Mattia Dona (unten) fürs geduldige Modeln mit ihren Lieblingsgegenständen aus dem Labor.“

Falls ihr auch einmal ein paar Fotos auf meinem Blog vorstellen möchtet, könnt ihr euch gerne an mich wenden und wir besprechen alles weitere. 😉

lg
Euer Michael

Stillleben Teil 3 (vorgefunden)

Hier kommt nun der dritte Teil meines Stilllebens. Nach dem klassischen Stillleben mit dem versteckten lachenden Gesicht und dem modernen Stillleben, möchte ich euch heute ein vorgefundenes Stillleben präsentieren. Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei einem vorgefundenen Stillleben um kein extra arrangiertes Motiv, sondern um ein „Vorgefundenes“. :-)

Vorgefundenes Stillleben 01

Da das Hauptmotiv das ältere Pärchen inmitten der Bücher sein soll, habe ich eine geringe Tiefenschärfe (f 2,8) gewählt, um das Auge des Betrachters auf das Pärchen zu lenken. Für ein optimale Beleuchtung habe ich einen Aufsteckblitz verwendet und – wie schon beim klassischen Stillleben – das Objekt nicht direkt angeblitzt sondern über eine Styroporplatte indirekt beleuchtet.

lg
Eurer Michael

Stillleben Teil 2 (modern)

Nachdem ich euch letzte Woche ein klassisches Stillleben vorgestellt habe, möchte ich euch in diesem Blogeintrag ein Beispiel eines modernen Stilllebens zeigen.

Zuvor möchte ich aber noch das kleine Bilderrätsel von letzten Mal auflösen. Wie von den meisten richtig erkannt, versteckt sich in meinem Stillleben ein lachendes Gesicht. Am besten erkennt man das, wenn man das Bild um 180° dreht:

Klassisches Stillleben gedreht

So … nun zum modernen Stillleben.

Die beiden ersten Fotos sind von oben fotografiert. Hier ist nicht viel zu beachten, außer dass man aufpassen muss, dass der eigene Bauch nicht ins Bild rutscht 😉

Modernes Stillleben 1 Modernes Stillleben 2

Beim Foto im Hochformat habe ich eine Perspektive von schräg vorne und eine offene Blende von 2,8 gewählt. Hier ist es auch wichtig, dass man die Abstände der Objekte zueinander immer weiter vergrößert, desto weiter sie vom Aufnahmestandpunkt entfernt sind. Daher bekommt man trotz der gewählten Perspektive den Eindruck, dass die Objekte gleich weit von einander entfernt sind.

lg
Euer Michael

Stillleben Teil 1 (klassisch)

Im Rahmen meiner Ausbildung auf der Fotoschule, mussten wir 3 unterschiedliche Arten von Stillleben fotografieren: klassisch, modern und vorgefunden

Heute möchte ich euch die 2 Fotos zeigen, welche ich für das klassische Stillleben fotografiert habe. Stillleben selbst bedeutet, dass kleinere bis mittelgroße Gegenstände z.B. auf einem Tisch arrangiert werden. Das klassische Stillleben orientiert sich hier an der Malerei.

Dieses Foto wurde bei kompletter Dunkelheit geschossen und mittels Langzeitbelichtung (5 Sekunden) und mittlerer Blende (f8) von einem Stativ aus fotografiert. Die Vorteile dieser Version sind die authentische Schattengebung und die realistische Wiedergabe. Damit das Obst auf der Schattenseite nicht zu dunkel ist, haben ich um das Stillleben herum kleine Teekerzen aufgestellt. Die Nachteile der relativ langen Belichtungszeit sind die Überbelichtung der Flamme selbst und dass der Schattenwurf nicht scharf ist.

klassisches Stillleben 1

Beim zweiten Foto habe ich ein wenig „geschummelt“ und habe mittels eines entfesselten Systemblitzes (=Aufsteckblitz) das Stillleben fotografiert und mittels Weißabgleich die „warme“ Stimmung an das erste Foto angepasst. Der Vorteil liegt in dem klaren Schattenwurf und das Kerzenlicht selbst ist noch gut erkennbar. Als erheblichen Nachteil hat sich die Reflexion des Blitzes im Teller und auf dem Obst, sowie der „falsche“ Schattenwurf herausgestellt. Auch hier habe ich mittels einem kleinen Trick arbeiten müssen, damit die Schattenseite nicht komplett dunkel ist. Dafür habe ich einfach eine Styroporplatte links vorne hingehalten. Ich hab in meinem Leben schon viel Blödsinn und unnötiges Zeugs gekauft, aber ich kann euch verraten, dass die 2€ – Styroporplatte mit Abstand eines der effektivsten Hilfsmittel in der Fotografie ist und jeden Cent wert ist :-)

klassisches Stillleben 2

Die Fotos wären aber keine klassischen „Bösendorfer“ wenn ich es nur normal fotografiert hätte. Daher habe ich mich noch dazu entschlossen ein zweites Bild im Bild zu verstecken. Wer sieht es zuerst? :-)

lg
euer Michael

Fotolehrgang – Lichter der Großstadt

Juhuu! Ich hab es geschafft. Jetzt ist es offiziell. Ich habe die Aufnahme in den Fotolehrgang für die kommenden zwei Semester geschafft.
Voraussetzung hierfür war die Teilnahme an einem der Infoabende sowie die Abgabe der Fotos zur Aufnahmeaufgabe. Das Thema der Aufnahmeaufgabe lautete: „Lichter der Großstadt“.

Zu diesem Thema musste man mindestens fünf Fotos im Format 20x30cm oder 24x30cm egal ob in schwarz/weiß oder Farbe mitnehmen. Für mich eine ganz neue Erfahrung. Es war schon ewig her, dass ich Fotos nicht nur am Bildschirm sondern auch wieder einmal ausgedruckt in der Hand halten sollte. Noch dazu nicht in der gewohnten Größe (10x15cm) sondern in 20x30cm.

Der erste Schritt war natürlich ein Brainstorming über mögliche Motive. Das ich Fotos von meiner Lieblingsgroßstadt Wien machen wollte stand außer Frage. Ich wollte jedoch nicht ein Motiv und dieses dann aus unterschiedlichen Blickwinkeln fotografieren, sondern einen bunten Mix aus unterschiedlichen Motiven einfangen. Meine Fotos entstanden dann schlussendlich an 2 aufeinanderfolgenden Tagen, da am ersten Tag mir nach den ersten Fotos das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Anbei möchte ich euch nun die fünf Fotos präsentieren, welche es schlussendlich zum Druck geschafft haben.

Ursprünglich war geplant, die wirklich toll beleuchtete U2-Brücke bei der Praterbrücke zu fotografieren, während eine U-Bahn über sie fährt. Leider hatte man zu keinem Zeitpunkt keinen freien Blick auf die Brücke, sodass ich mich entschloss einmal in die U-Bahnstation zu gehen. Dort hatte man einen super Blick, direkt auf die Brücke. Dabei ist auch das erste Foto entstanden, welches zwei entgegenkommende U-Bahnen auf der U2-Brücke zeigt. Hier galt es jedoch 2 Probleme zu meistern: Das erste Problem war, dass ich unbedingt zwei U-Bahnen auf diesem Bild zeigen wollte. Hier hieß es warten um den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Das zweite Problem war die Dauer der Belichtungszeit. Einerseits wollte ich, dass man beide U-Bahnen gut erkennen kann und andererseits wollte ich durch eine etwas längere Belichtungszeit die Bewegung der linken U-Bahn im Bild festhalten. Mit einer Belichtungszeit von 0,6 Sekunden habe ich dann genau das erreicht.

ISO 400 38mm f/3,2 0,6 Sek.

Das nächste Bild zeigt das Hotel Regina während der blauen Stunde. Ich bin schon tausendmal an diesem wunderbar beleuchteten Gebäude vorbeigegangen und jedesmal habe mich geärgert, dass ich meine Kamera nicht dabei hatte. Daher war für mich klar, dieses Motiv musste unbedingt bei den Aufnahmeaufgabe-Fotos dabei sein. Um dem Bild das gewisse Etwas zu verleihen, habe ich mich entschlossen, die davorstehenden Bäume und Äste als natürlichen Bilderrahmen zu verwenden. Mir gefällts :-)

ISO 100 45mm f/22 30 Sek.

Die nächsten beiden Fotos führten mich gegen den Urzeigersinn den Ring entlang. Als ich beim Burgtheater angekommen war, sprang mir sofort unser wunderschön beleuchtetes Rathaus samt Rathausplatz in die Augen. Da mir dieses Motiv nicht als Einziger auffiel, quetschte ich mich zwischen die anwesenden Touristen und schoß gleich mehrere Fotos. Man muss das ja gleich ausnutzen, wenn man schon mal einen Platz ergattert hat. Der Nachteil: ich musste mich dann zwischen mehreren Fotos entscheiden. Bei einem war im Vordergrund eine Kutsche zu sehen, was mir dann doch etwas zu kitschig war, beim anderen sah man die Straßenbahn. Alles eigentlich super Fotos. Ich habe mich dann aber für das Geisterfoto entschieden. Auf den ersten Blick zeigt es einen Touristen, welcher ein Foto von dem Rathaus macht. Wenn man jedoch das Bild genauer betrachtet, sieht man, dass aufgrund der hohen Belichtungszeit von 30 Sekunden auch noch andere Touristen als „Geister“ auftauchen. Offenbar hat unserem Touristen das Rathaus so gut gefallen, dass er die vollen 30 Sekunden Belichtungszeit an der selben Stelle stand, wodurch er als einziger deutlich auf dem Foto zu erkennen ist.

ISO 100 42mm f/16 30 Sek.

Für das nächste Foto musste ich dann nicht weit gehen. Schwups über die Straße und schon war mir klar: Ich muss ein Foto mit dem Burgtheater machen. Die Herausforderung bei diesem Foto war wieder einmal die Belichtungszeit sowie der Zeitpunkt der Aufnahme. Für die Aufnahme habe ich gewartet, bis die Ampel auf „Grün“ springt und habe dann 1 Sekunde lang belichtet. Dadurch ist das Auto rechts ganz scharf, während die bereits wegfahrenden Autos nur mehr schemenhaft erkennbar sind. Die näherkommende Straßenbahn ist für mich das Pünktchen auf dem i.

ISO 100 24mm f/5,5 1,0 Sek.

Eigentlich wollte ich auch noch das Parlament fotografieren, aber irgendjemand hatte dort dann leider schon das Licht abgedreht :-/

Das letzte Foto ist mein absoluter Favorit, da es unter anderem auch das Thema „Lichter der Großstadt“ am besten von allen trifft. Bei diesem Foto hatte ich schon im Vorhinein ganz klare Vorstellungen, wie es am Schluss aussehen sollte. Es wurde vom Leopoldsberg aufgenommen und zeigt unter anderem die zwei Wahrzeichen, Donauturm und Riesenrad, sowie die schön beleuchteten Brücken der Donau. Ich muss euch sagen, ich habe den Ausblick dort sehr genossen, wobei dieser an einem lauen Sommerabend sicher mehr zu empfehlen ist, als an einem stürmischen Winterabend :-)

ISO 100 70mm f/6,3 30 Sek.

Anbei noch ein paar Tipps, für gelunge Nachtaufnahmen:

  • Bei Nachtaufnahmen empfehle ich immer ein Stativ zu verwenden, da ihr so eure Fotos länger belichten könnt, ohne dass die Fotos verwackeln.
  • Da bei einer Langzeitbelichtung jede Art von Kamerabewegung sich störend auf das Foto auswirkt und ich bis vor kurzem noch keinen Fernauslöser hatte, habe ich für die Langzeitbelichtungen den Selbstauslöser auf 2 Sekunden gestellt. Dadurch vermied ich, dass ich beim Auslösen die Kamera bewegte.
  • ISO möglichst gering halten, sodass das Bild möglichst wenig Bildrauschen zeigt. Gerade bei Langzeitbelichtungen kann das Bildrauschen recht schnell ärgerlich werden.
  • Falls es eure Kamera zulässt, spielt euch ein wenig mit der Belichtungsdauer (bei den meisten Spiegelreflexkameras kann man diese unter anderem mit der Einstellung Tv frei wählen).
  • Falls es draußen kalt ist, zieht euch warm an.

Ich wünsch euch viel Spaß beim Fotografieren und freue mich schon jetzt auf eure Kommentare.

lg
euer Michael