Kategorie-Archiv: Analog

Filme und Chemikalien sind da!

Filme und die nötigen Chemikalien sind da, und das sonstige Zubehör befindet sich auch schon auf dem postalischen Weg zu mir. Aber alles der Reihe nach.

Leider blieb mir in den letzten 2 Wochen kaum Zeit für die Fotografie, wodurch jetzt auch wieder länger Pause zwischen meinem letzten und dem heutigen Blogeintrag liegt. In einem meiner vorigen Blogs (siehe Auf den Spuren vom Paten) habe ich euch bereits über mein Analoges Retro Fotoprojekt berichtet. Nach eingehender Recherche habe ich mich entschlossen, dass mein Fotoprojekt auf einem 4×5 Planfilm (schwarz/weiß) verewigt werden soll.

Ich habe mich für einen Ilford FP4 Plus 125 entschieden, da er einfach lagernd war. :-) Zufälligerweise waren auch gleich die nötigen Chemikalien von Ilford für die Entwicklung lagernd. Für die Entwicklung des Films benötigt man einen Entwickler („Ilfosol 3„), einen Stopper („Ilfostop„), einen Fixierer („Rapid Fixer„) und fließendes Wasser. Das fließende Wasser hatten sie leider nicht lagernd. Stattdessen werde ich jetzt einfach unser Leitungswasser anzapfen. 😉

Film und Entwickler

Der Unterschied zum Entwickeln von Papier (z.B. wie ich es für meine Lochkamera verwendet hatte) ist, dass ich hier in völliger Dunkelheit arbeiten muss. Aus diesem Grund habe ich mir über Ebay einen Tagesentwicklungstank bestellt. Ich hoffe er kommt in den nächsten Tagen an.

Sobald er da ist, kann ich erste Tests mit meiner Kamera machen und schauen, ob sich mein Fotoprojekt überhaupt realisieren lässt. Um welches Fotoprojekt es sich genau handelt, kann ich euch leider nicht verraten. Aber so viel sei gesagt: Es wird scharfe Kurven zu sehen geben :-)

lg
euer Michael

Auf den Spuren vom Paten

Also ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Nach der kurzen Sommerpause stapeln sich bei mir die Fotoprojekte. Nachdem ich den Fotomarathon erfolgreich hinter mich gebracht habe, widme ich mich nun wieder neuen Herausforderungen.

Heute möchte ich euch eines meiner aktuellen Fotoprojekte vorstellen. Jeder der mich kennt weiß, dass ich meine Projekte immer sehr genau und nach Plan abwickle. Aber hin und wieder kommt auch das Kind in mir zum Vorschein und da kann es schon mal vorkommen, dass ich mir etwas in den Kopf setze. Schon vor Monaten habe ich mir eingebildet, dass ich so eine Uralt Kamera aus dem Jahre Schnee besitzen möchte. Ich hatte genaue Vorstellungen wie sie aussehen sollte. Und zwar in der Anfangsszene von dem Filmklassiker „Der Pate“ geht ein Fotograf auf dem Parkplatz herum und fotografiert die eintreffenden Gäste. Und genau so eine Kamera wollte ich auch haben.

Nach langer Recherche hatte ich mich dazu entschlossen, mir genau so eine Kamera zu kaufen. Und ich muss euch sagen, es ist gar nicht so einfach, so ein Ding überhaupt noch zu finden. Aber Ebay und der Globalisierung sei dank, konnte ich folgende Kiste mit Inhalt ersteigern und sie aus den USA importieren lassen:

Bei dieser Kamera, handelt es sich um eine Speed Graphic aus dem Jahre 1945. Mein Ziel ist es, mit dieser Kamera in den nächsten Monate brauchbare Fotos zu entwickeln. Das setzt ein intensives Auseinandersetzen mit der Materie voraus. In den kommenden Monaten werde ich euch deshalb immer über den aktuellen Stand der Dinge informieren und über meine Erfolge und Rückschläge mit der Kamera berichten. Bis ich die ersten ausbelichteten Fotos in der Hand halte, wird es wohl noch ein wenig dauern.

Zuerst heißt es, sich das nötige Wissen anzueignen und die benötigten Filme, Chemikalien und sonstiges Zubehör zu besorgen.

lg
euer Michael

Das perfekte Geschenk für unsere Oldies

Letztes Wochenende hat mich eine Freundin gefragt, wie man denn am besten analoge Fotos digitalisert. Sie würde die Fotos gerne für eine PowerPoint Präsentation und für ein Fotobuch für einen runden Geburtstag verwenden.

Eine wirklich tolle Idee, die dem Geburtstagskind und seinen Gästen sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Aber dieses besondere Geschenk bedeutet auch viel Arbeit: Fotoalben durchsehen, die besten Bilder auswählen und anschließend digitalisieren und am Computer bearbeiten. Das Durchsehen und Auswählen der Fotos kann ich euch nicht abnehmen, aber vielleicht kann ich euch in diesem Blogeintrag ein bisschen helfen, was das Digitalisieren und anschließende Bearbeiten von analogen Bildern betrifft.

Hier seht ihr gleich einmal zwei Fotos, welche ich aus unserem Familienalbum stibitzt habe. Falls ihr wissen wollt, wie ich die Foto digitalisiert habe, könnt ihr das im Anschluss nachlesen.

Grundsätzlich gibt es für den Endverbraucher zwei Möglichkeiten ein Bild zu digitalisieren:
– Abfotografieren
– Scannen

Ich würde von dem Abfotografieren eher abraten, da hier viel zu beachten ist (Kameraführung, Lichtverhältnisse, …) und die Qualität sehr schnell darunter leidet.

Daher gibt es meiner Meinung nach nur eine brauchbare Möglichkeit des Digitalisieren: Scannen. Hier gibt es auch einiges (Farbformat, Dateiformat, Auflösung (DPI)) zu beachten.

Farbformat:
Zum Farbformat gibt’s nicht viel zu sagen. Bei meinem Scanner habe ich die 3 Möglichkeiten: Farbe, Schwarzweiß und Graustufen. In den meisten Fällen wird man es in Farbe scannen, da man dann bei der Bildnachbearbeitung die meisten Möglichkeiten hat.

Dateiformat:
Beim Dateiformat kann ich zwischen BMP, JPG, PNG und TIF wählen. Für Fotos ist grundsätzlich TIF oder JPG zu bevorzugen. Bei TIF ist die Qualität unschlagbar, jedoch werden die Dateien hier recht schnell sehr groß. Meine Testdatei hatte bei 600dpi und den Maßen 10x15cm bereits 11,2MB und die JPG Datei nicht einmal ein halbes. Da man bei einem Fotobuch, meistens mehrere Bilder online verschicken muss, würde ich daher das JPG Format empfehlen.

Auflösung (DPI):
DPI steht für Dots per Inch, und ist ein Maß für die Punktdichte. Vereinfacht gesagt gilt: je höher die DPI beim Scannen, desto genauer wird das Bild abgescannt. Grundsätzlich gilt zu klären, für welchen Verwendungszweck man die Fotos digitalisieren möchte. Das sind bei unseren Geschenkideen: Fotobuch und PowerPoint.

Da man sich die Arbeit sparen möchte, die Fotos für jeden dieser Zwecke extra zu scannen, wählt man jenes Endprodukt, welches die höhere Auflösung verlangt. Da bei einem Ausdruck eines Fotos mehr Pixel als bei einer PowerPoint Präsentation über einen Beamer benötigt werden, erkläre ich jetzt wie man die richtige DPI für Fotobücher ermittelt.

Bei den Fotobüchern ist es so, dass die meisten Fotobücher von Cewe sind und die drucken ihre Bücher mit 300 dpi. Eine Faustregel besagt, dass man je nach Qualitätsansprüchen mit eineinhalb bis zweimal so hohen Auflösung wie der Druckauflösung scannen sollte.

Angenommen man möchte ein Standard 10x15cm großes Foto ganzflächig auf einer A4 Seite drucken, dann muss man den Skalierungsfaktor für das Vergrößern ebenfalls noch berücksichtigen:

D.h.: Druckauflösung x Qualität x Vergrößerungsfaktor = DPI beim Scannen

300 x 1,5 x 2 = 900 dpi oder höher

Ich habe das selbst mit 600 und 1200 dpi ausprobiert und falls man wirklich großflächig auf A4 drucken möchte, sollte man zwischen 900 und 1200 dpi wählen. Falls man soundso nur ein A5 Fotobuch geplant hat oder die Fotos im Fotobuch nicht größer als das Ausgangsfoto darstellen möchte, reicht eine geringere DPI ~ 450-600. Unter diesen Wert würde ich aber auf keinen Fall gehen.

Nachbearbeitung:
Analoge Fotos haben die Angewohnheit, dass sie mit der Zeit ein wenig verblassen und die Farben oft nicht mehr so froh sind, wie vor 30 Jahren, als man sie vom Fotohändler seines Vertrauens abgeholt hat. Daher hätte ich folgende 2 Tipps für die Nachbearbeitung.

– Bei S/W Fotos kann man meistens den Kontrast ein wenig anheben
– Bei Farbfotos kann man die Dynamik bzw. die Sättigung ein wenig anheben, damit die verblassten Fotos wieder lebendiger wirken

Um etwas konkreter zu werden, seht ihr jetzt meine obigen zwei Beispielbilder und ihre Originale im Vergleich:

Beim ersten Foto habe ich mich entschieden, es in Schwarz/Weiß umzuwandeln, um so dem Bild mehr Ausdruck zu verleihen. Das Bild habe ich in einem ganz schwachen Orangeton eingefärbt um so einen leichten Sepiaton zu erzeugen und dem Bild damit einen Retrolook zu verleihen. Zusätzlich habe ich ein wenig das Rauschen reduziert und das Bild geschärft:

Beim zweiten Foto habe ebenfalls das Rauschen ein wenig reduziert und nachgeschärft. Wie man deutlich auf dem linken Bild erkennen kann, sind die Farben nicht mehr so schön, wie sie vermutlich vor 25 Jahren einmal waren. Daher habe ich bei diesem Bild zusätzlich noch die Farbtöne Rot, Orange, Gelb und Grün ein wenig verstärkt. Dadurch wirkt das Bild wieder lebendiger und mein Dreiradflitzer wie neu:

Während meiner Recherche bin ich unter anderem auf einen Blogkollegen gestoßen, der sich schon seit längerem und viel detailierter mit dem Thema beschäftigt. Er beschreibt zum Beispiel sehr genau, wie der Workflow mit dem Abfotografieren funktioniert. Falls es jemanden interessiert, ist sind seine Blogeintrag sehr zu empfehlen:

http://intermayer.com/2012/01/22/alte-fotos-reproduzieren-teil-1-ein-foto-wird-digitalisiert/

lg
euer Michael