Archiv für den Monat: Februar 2012

Entenjagd

Nachdem mein erster Beitrag über die Enten bei euch so gut angekommen und auf reges Interesse gestoßen ist, habe ich mich entschlossen für euch noch einmal auf die Pirsch zu gehen. Diesmal habe ich meine lieben Hausenten in ihrem natürlichen Lebensraum fotografiert:

lg
euer Michael

Sonnenaufgang über Wien

Schon seit längerem habe ich ein bestimmtes Foto in meinem Kopf: die Skyline von Wien bei Sonnenaufgang. So kam es, dass ich wider meiner Natur früh aufgestanden bin, um den Sonnenaufgang mitzuerleben. Für dieses Shooting war viel Vorbereitung notwendig.

  • Wo ist der perfekte Ort, um die Skyline inkl. Sonnenaufgang zu sehen?
  • Wann ist der perfekte Zeitpunkt (wann geht die Sonne auf)?
  • Welchen Weg nimmt die Sonne?
  • Wie schnell bewegt sich die Sonne?
  • Wann passt das Wetter?

Nach „monatelanger“ Vorbereitungszeit für meine Expedition, habe ich den perfekten Tag, den perfekten Ort (Fußgängerbrücke beim Milleniumtower) und den perfekten Zeitpunkt (Sonnenaufgang ca. 7:32) gefunden. Innerhalb von ca. 30 Minuten sind mir dann folgende Schnappschüsse gelungen:

Als ich mit den Sonnenaufgangsfotos fertig war, wollte ich eigentlich mein Equipment schon einpacken. Aber dann entdeckte ich die Gänse und Enten am rechten Ufer:

Mein Tipp des Tages:
Falls ihr selbst einmal ein bestimmtes Sonnenaufgangsfoto schießen wollt, ist die Vorbereitung das Wichtigste. Es nützt nichts, wenn ihr euch den perfekten Ort ausgesucht habt, alles aufgestellt habt, und dann geht die Sonne nicht an der gewünschten Stelle auf. Um genau das zu verhindern, kann ich euch die App Lighttrac für IPhone/IPad sehr empfehlen. Für Android gibt es sicher ähnliche Apps. Mit dieser App, sehe ich nicht nur wann die Sonne auf/unter geht. Ich kann sogar ein beliebiges Datum und eine Uhrzeit auswählen und sehe auf einer Karte, welchen Weg die Sonne nehmen wird. Zusätzlich sieht man auch den Höhenwinkel der Sonne:

Meine Fotos sind innerhalb von ca. 30 Minuten entstanden. Während dieser Zeit hat sich die Sonne extrem schnell nach rechts bewegt und – was für mich sehr überraschend war – rasch an Höhe gewonnen. Der Höhenwinkel auf dem ersten Foto betrug ca. 0.3°, beim letzten bereits 4,5°.

lg
euer Michael

Fotolehrgang – Lichter der Großstadt

Juhuu! Ich hab es geschafft. Jetzt ist es offiziell. Ich habe die Aufnahme in den Fotolehrgang für die kommenden zwei Semester geschafft.
Voraussetzung hierfür war die Teilnahme an einem der Infoabende sowie die Abgabe der Fotos zur Aufnahmeaufgabe. Das Thema der Aufnahmeaufgabe lautete: „Lichter der Großstadt“.

Zu diesem Thema musste man mindestens fünf Fotos im Format 20x30cm oder 24x30cm egal ob in schwarz/weiß oder Farbe mitnehmen. Für mich eine ganz neue Erfahrung. Es war schon ewig her, dass ich Fotos nicht nur am Bildschirm sondern auch wieder einmal ausgedruckt in der Hand halten sollte. Noch dazu nicht in der gewohnten Größe (10x15cm) sondern in 20x30cm.

Der erste Schritt war natürlich ein Brainstorming über mögliche Motive. Das ich Fotos von meiner Lieblingsgroßstadt Wien machen wollte stand außer Frage. Ich wollte jedoch nicht ein Motiv und dieses dann aus unterschiedlichen Blickwinkeln fotografieren, sondern einen bunten Mix aus unterschiedlichen Motiven einfangen. Meine Fotos entstanden dann schlussendlich an 2 aufeinanderfolgenden Tagen, da am ersten Tag mir nach den ersten Fotos das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Anbei möchte ich euch nun die fünf Fotos präsentieren, welche es schlussendlich zum Druck geschafft haben.

Ursprünglich war geplant, die wirklich toll beleuchtete U2-Brücke bei der Praterbrücke zu fotografieren, während eine U-Bahn über sie fährt. Leider hatte man zu keinem Zeitpunkt keinen freien Blick auf die Brücke, sodass ich mich entschloss einmal in die U-Bahnstation zu gehen. Dort hatte man einen super Blick, direkt auf die Brücke. Dabei ist auch das erste Foto entstanden, welches zwei entgegenkommende U-Bahnen auf der U2-Brücke zeigt. Hier galt es jedoch 2 Probleme zu meistern: Das erste Problem war, dass ich unbedingt zwei U-Bahnen auf diesem Bild zeigen wollte. Hier hieß es warten um den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Das zweite Problem war die Dauer der Belichtungszeit. Einerseits wollte ich, dass man beide U-Bahnen gut erkennen kann und andererseits wollte ich durch eine etwas längere Belichtungszeit die Bewegung der linken U-Bahn im Bild festhalten. Mit einer Belichtungszeit von 0,6 Sekunden habe ich dann genau das erreicht.

ISO 400 38mm f/3,2 0,6 Sek.

Das nächste Bild zeigt das Hotel Regina während der blauen Stunde. Ich bin schon tausendmal an diesem wunderbar beleuchteten Gebäude vorbeigegangen und jedesmal habe mich geärgert, dass ich meine Kamera nicht dabei hatte. Daher war für mich klar, dieses Motiv musste unbedingt bei den Aufnahmeaufgabe-Fotos dabei sein. Um dem Bild das gewisse Etwas zu verleihen, habe ich mich entschlossen, die davorstehenden Bäume und Äste als natürlichen Bilderrahmen zu verwenden. Mir gefällts :-)

ISO 100 45mm f/22 30 Sek.

Die nächsten beiden Fotos führten mich gegen den Urzeigersinn den Ring entlang. Als ich beim Burgtheater angekommen war, sprang mir sofort unser wunderschön beleuchtetes Rathaus samt Rathausplatz in die Augen. Da mir dieses Motiv nicht als Einziger auffiel, quetschte ich mich zwischen die anwesenden Touristen und schoß gleich mehrere Fotos. Man muss das ja gleich ausnutzen, wenn man schon mal einen Platz ergattert hat. Der Nachteil: ich musste mich dann zwischen mehreren Fotos entscheiden. Bei einem war im Vordergrund eine Kutsche zu sehen, was mir dann doch etwas zu kitschig war, beim anderen sah man die Straßenbahn. Alles eigentlich super Fotos. Ich habe mich dann aber für das Geisterfoto entschieden. Auf den ersten Blick zeigt es einen Touristen, welcher ein Foto von dem Rathaus macht. Wenn man jedoch das Bild genauer betrachtet, sieht man, dass aufgrund der hohen Belichtungszeit von 30 Sekunden auch noch andere Touristen als „Geister“ auftauchen. Offenbar hat unserem Touristen das Rathaus so gut gefallen, dass er die vollen 30 Sekunden Belichtungszeit an der selben Stelle stand, wodurch er als einziger deutlich auf dem Foto zu erkennen ist.

ISO 100 42mm f/16 30 Sek.

Für das nächste Foto musste ich dann nicht weit gehen. Schwups über die Straße und schon war mir klar: Ich muss ein Foto mit dem Burgtheater machen. Die Herausforderung bei diesem Foto war wieder einmal die Belichtungszeit sowie der Zeitpunkt der Aufnahme. Für die Aufnahme habe ich gewartet, bis die Ampel auf „Grün“ springt und habe dann 1 Sekunde lang belichtet. Dadurch ist das Auto rechts ganz scharf, während die bereits wegfahrenden Autos nur mehr schemenhaft erkennbar sind. Die näherkommende Straßenbahn ist für mich das Pünktchen auf dem i.

ISO 100 24mm f/5,5 1,0 Sek.

Eigentlich wollte ich auch noch das Parlament fotografieren, aber irgendjemand hatte dort dann leider schon das Licht abgedreht :-/

Das letzte Foto ist mein absoluter Favorit, da es unter anderem auch das Thema „Lichter der Großstadt“ am besten von allen trifft. Bei diesem Foto hatte ich schon im Vorhinein ganz klare Vorstellungen, wie es am Schluss aussehen sollte. Es wurde vom Leopoldsberg aufgenommen und zeigt unter anderem die zwei Wahrzeichen, Donauturm und Riesenrad, sowie die schön beleuchteten Brücken der Donau. Ich muss euch sagen, ich habe den Ausblick dort sehr genossen, wobei dieser an einem lauen Sommerabend sicher mehr zu empfehlen ist, als an einem stürmischen Winterabend :-)

ISO 100 70mm f/6,3 30 Sek.

Anbei noch ein paar Tipps, für gelunge Nachtaufnahmen:

  • Bei Nachtaufnahmen empfehle ich immer ein Stativ zu verwenden, da ihr so eure Fotos länger belichten könnt, ohne dass die Fotos verwackeln.
  • Da bei einer Langzeitbelichtung jede Art von Kamerabewegung sich störend auf das Foto auswirkt und ich bis vor kurzem noch keinen Fernauslöser hatte, habe ich für die Langzeitbelichtungen den Selbstauslöser auf 2 Sekunden gestellt. Dadurch vermied ich, dass ich beim Auslösen die Kamera bewegte.
  • ISO möglichst gering halten, sodass das Bild möglichst wenig Bildrauschen zeigt. Gerade bei Langzeitbelichtungen kann das Bildrauschen recht schnell ärgerlich werden.
  • Falls es eure Kamera zulässt, spielt euch ein wenig mit der Belichtungsdauer (bei den meisten Spiegelreflexkameras kann man diese unter anderem mit der Einstellung Tv frei wählen).
  • Falls es draußen kalt ist, zieht euch warm an.

Ich wünsch euch viel Spaß beim Fotografieren und freue mich schon jetzt auf eure Kommentare.

lg
euer Michael

Das perfekte Geschenk für unsere Oldies

Letztes Wochenende hat mich eine Freundin gefragt, wie man denn am besten analoge Fotos digitalisert. Sie würde die Fotos gerne für eine PowerPoint Präsentation und für ein Fotobuch für einen runden Geburtstag verwenden.

Eine wirklich tolle Idee, die dem Geburtstagskind und seinen Gästen sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Aber dieses besondere Geschenk bedeutet auch viel Arbeit: Fotoalben durchsehen, die besten Bilder auswählen und anschließend digitalisieren und am Computer bearbeiten. Das Durchsehen und Auswählen der Fotos kann ich euch nicht abnehmen, aber vielleicht kann ich euch in diesem Blogeintrag ein bisschen helfen, was das Digitalisieren und anschließende Bearbeiten von analogen Bildern betrifft.

Hier seht ihr gleich einmal zwei Fotos, welche ich aus unserem Familienalbum stibitzt habe. Falls ihr wissen wollt, wie ich die Foto digitalisiert habe, könnt ihr das im Anschluss nachlesen.

Grundsätzlich gibt es für den Endverbraucher zwei Möglichkeiten ein Bild zu digitalisieren:
– Abfotografieren
– Scannen

Ich würde von dem Abfotografieren eher abraten, da hier viel zu beachten ist (Kameraführung, Lichtverhältnisse, …) und die Qualität sehr schnell darunter leidet.

Daher gibt es meiner Meinung nach nur eine brauchbare Möglichkeit des Digitalisieren: Scannen. Hier gibt es auch einiges (Farbformat, Dateiformat, Auflösung (DPI)) zu beachten.

Farbformat:
Zum Farbformat gibt’s nicht viel zu sagen. Bei meinem Scanner habe ich die 3 Möglichkeiten: Farbe, Schwarzweiß und Graustufen. In den meisten Fällen wird man es in Farbe scannen, da man dann bei der Bildnachbearbeitung die meisten Möglichkeiten hat.

Dateiformat:
Beim Dateiformat kann ich zwischen BMP, JPG, PNG und TIF wählen. Für Fotos ist grundsätzlich TIF oder JPG zu bevorzugen. Bei TIF ist die Qualität unschlagbar, jedoch werden die Dateien hier recht schnell sehr groß. Meine Testdatei hatte bei 600dpi und den Maßen 10x15cm bereits 11,2MB und die JPG Datei nicht einmal ein halbes. Da man bei einem Fotobuch, meistens mehrere Bilder online verschicken muss, würde ich daher das JPG Format empfehlen.

Auflösung (DPI):
DPI steht für Dots per Inch, und ist ein Maß für die Punktdichte. Vereinfacht gesagt gilt: je höher die DPI beim Scannen, desto genauer wird das Bild abgescannt. Grundsätzlich gilt zu klären, für welchen Verwendungszweck man die Fotos digitalisieren möchte. Das sind bei unseren Geschenkideen: Fotobuch und PowerPoint.

Da man sich die Arbeit sparen möchte, die Fotos für jeden dieser Zwecke extra zu scannen, wählt man jenes Endprodukt, welches die höhere Auflösung verlangt. Da bei einem Ausdruck eines Fotos mehr Pixel als bei einer PowerPoint Präsentation über einen Beamer benötigt werden, erkläre ich jetzt wie man die richtige DPI für Fotobücher ermittelt.

Bei den Fotobüchern ist es so, dass die meisten Fotobücher von Cewe sind und die drucken ihre Bücher mit 300 dpi. Eine Faustregel besagt, dass man je nach Qualitätsansprüchen mit eineinhalb bis zweimal so hohen Auflösung wie der Druckauflösung scannen sollte.

Angenommen man möchte ein Standard 10x15cm großes Foto ganzflächig auf einer A4 Seite drucken, dann muss man den Skalierungsfaktor für das Vergrößern ebenfalls noch berücksichtigen:

D.h.: Druckauflösung x Qualität x Vergrößerungsfaktor = DPI beim Scannen

300 x 1,5 x 2 = 900 dpi oder höher

Ich habe das selbst mit 600 und 1200 dpi ausprobiert und falls man wirklich großflächig auf A4 drucken möchte, sollte man zwischen 900 und 1200 dpi wählen. Falls man soundso nur ein A5 Fotobuch geplant hat oder die Fotos im Fotobuch nicht größer als das Ausgangsfoto darstellen möchte, reicht eine geringere DPI ~ 450-600. Unter diesen Wert würde ich aber auf keinen Fall gehen.

Nachbearbeitung:
Analoge Fotos haben die Angewohnheit, dass sie mit der Zeit ein wenig verblassen und die Farben oft nicht mehr so froh sind, wie vor 30 Jahren, als man sie vom Fotohändler seines Vertrauens abgeholt hat. Daher hätte ich folgende 2 Tipps für die Nachbearbeitung.

– Bei S/W Fotos kann man meistens den Kontrast ein wenig anheben
– Bei Farbfotos kann man die Dynamik bzw. die Sättigung ein wenig anheben, damit die verblassten Fotos wieder lebendiger wirken

Um etwas konkreter zu werden, seht ihr jetzt meine obigen zwei Beispielbilder und ihre Originale im Vergleich:

Beim ersten Foto habe ich mich entschieden, es in Schwarz/Weiß umzuwandeln, um so dem Bild mehr Ausdruck zu verleihen. Das Bild habe ich in einem ganz schwachen Orangeton eingefärbt um so einen leichten Sepiaton zu erzeugen und dem Bild damit einen Retrolook zu verleihen. Zusätzlich habe ich ein wenig das Rauschen reduziert und das Bild geschärft:

Beim zweiten Foto habe ebenfalls das Rauschen ein wenig reduziert und nachgeschärft. Wie man deutlich auf dem linken Bild erkennen kann, sind die Farben nicht mehr so schön, wie sie vermutlich vor 25 Jahren einmal waren. Daher habe ich bei diesem Bild zusätzlich noch die Farbtöne Rot, Orange, Gelb und Grün ein wenig verstärkt. Dadurch wirkt das Bild wieder lebendiger und mein Dreiradflitzer wie neu:

Während meiner Recherche bin ich unter anderem auf einen Blogkollegen gestoßen, der sich schon seit längerem und viel detailierter mit dem Thema beschäftigt. Er beschreibt zum Beispiel sehr genau, wie der Workflow mit dem Abfotografieren funktioniert. Falls es jemanden interessiert, ist sind seine Blogeintrag sehr zu empfehlen:

http://intermayer.com/2012/01/22/alte-fotos-reproduzieren-teil-1-ein-foto-wird-digitalisiert/

lg
euer Michael